Samstag, 4. Mai 2013

Rezension: Hexenflüstern (Sabine Städing)







Titel: Hexenflüstern
Reihe: Band 2 der Reihe „Magnolia Steel“
Verlag: Bastei Lübbe (Boje)
Harcoverausgabe mit 297 Seiten
ISBN 978-3-424-82353-3
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 11-13 Jahre


Klappentext: 

„Wer ist hier?“, fragte Magnolia. Ihr Bauch fing an zu kribbeln.
„Leader, dein Halbelf.“
„Quatsch“, sagte Magnolia, während sich gleichzeitig ein breites Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete.

Gemeinsam mit ihrer Tante Linette reist Magnolia in die USA. Dort findet der weltgrößte Kongress für Hexen und Zauberwesen aller Art statt. In diesem Jahr dreht sich alles um das Thema Liebe – und das kann sich Magnolia natürlich nicht entgehen lassen! Was sie nicht ahnt: Linette ist in höchst geheimer und gefährlicher Mission in Amerika. Im Auftrag der Hexengemeinschaft soll sie eine magische Brille in ihren Besitz bringen, die in den falschen Händen eine Katastrophe bedeuten würde. Gejagt von einer Gruppe furchterregender Gorgonen beginnt für Magnolia, Linette und ihre Freunde schon bald ein Wettlauf mit der Zeit...

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Story und Charaktere:

„Hexenflüstern“ ist der Nachfolgeband des Buches „Hexendämmerung“ aus der Feder von Sabine Städing. Nachdem Magnolia Steel, die Hauptprotagonisten des Buches, im ersten Band erfahren hat, dass Hexenblut durch ihre Adern fließt, geht es für sie, ihre Freundin Jörna, ihre Tante Linette, bei der sie lebt, und Runa, die Freundin ihrer Tante, von Rauschewald aus in die USA. Dort sollen Magnolia und Jörna am Hexenkongress teilnehmen,der unter dem Motte „Wo die Liebe hinfällt“ stattfindet.
Aus diesem Anlass sind auch jede Menge andere magische Wesen anwesend, wie etwa Vampire und Elfen. Der Halbelf Leander hat es Magnolia schon im ersten Band angetan und das hält auch hier weiter an. Während Tante Linette und Runa im Dornröschenschloss wohnen, müssen sich Magnolia und Jörna ein Zelt mit vier weiteren Hexen teilen. Drei von ihnen stammen aus Kalifornien, eine aus dem weit entfernten China. Dabei haben alle ihre Eigenarten: die drei kalifornischen Hexen sind völlig überdreht und denken an nichts anders als Make-up, Styling und Jungs, während die Hexe aus China am liebsten in einem Kühlschrank steht.
Während sich die Junghexen im Camp vergnügen, verfolgen Tante Linette und Runa eine geheime Mission, bei der von Anfang an alles schief läuft.
Eigentlich wollten sie nur den Beryll, eine magische Brille, von den Klabautern abholen, um ihn sicher mit nach Hause zu nehmen. In den falschen Händen kann diese Brille großen Schaden anrichten. Natürlich tauchen nun einige dieser falschen Hände in Form von Gorgonen auf, die denjenigen, der ihnen in die Augen schaut, mit ihrem Blick versteinern können. Damit beginnt ein Abenteuer, aus dem sich auch die Junghexen bald nicht mehr heraushalten können.

Nachdem mir der erste Band um die Junghexe Magnolia bereits sehr gut gefallen hatte, war klar, dass auch der zweite Band bei mir einziehen musste. Sabine Städing hat mit „Hexenflüstern“ einen meiner Meinung nach würdigen Nachfolger geliefert, der wunderbar an den ersten Teil anknüpft.
Die verschiedenen Charaktere wurden gut umrissen, sodass man von jedem ein klares Bild vor Augen hat und keiner der Charaktere blass bleibt. Wunderbar hervorgehoben und integriert sind die verschiedenen Eigenschaften der magischen Wesen. Präzises Bogenschießen der Elfen erhält einen genauso großen Platz, wie die Fähigkeiten einer Wetterhexe. Es macht Spaß beim Lesen herauszufinden warum Kelpies so gefährlich sind oder man besser nicht an die Haustür einer Baba-Jaga klopft. Das Wesen eines jeden Charakters wird wunderbar dargestellt, sodass man zu jeder Figur einen Bezug entwickeln kann.
Vor allem die Hauptcharaktere sind sehr gut gelungen. Magnolia und Jörna unterscheiden sich in vielen Dingen, die daraus resultieren, dass Jörna in einer magischen Familie aufgewachsen ist und demnach auch einiges an magischem Wissen hat, während Jörna erst vor kurzem erfahren hat, dass es Hexen wirklich gibt und sie zufällig Hexenblut in den Adern hat. Dies wird von der Autorin hervorragend genutzt, denn dadurch fällt Jörna immer in die Rolle derjenigen, die dem Leser erklärt, welche Eigenschaften die jeweiligen Wesen haben. Dabei richtet sich das Wort natürlich an Magnolia, die jedes Mal wieder darüber staunt, wie vielfältig die magische Welt ist. Das macht sie allerdings auch ein bisschen naiv und leichtsinnig, da sie durch ihre Unwissenheit gerne mal die Situation unterschätzt und sich Hals über Kopf in Probleme stürzen würde, wenn ihr Jörna nicht zur Seite stände.
Tante Linette gehört definitiv zu meinen Lieblingscharakteren. Sie ist ein wenig verrückt, total verschroben und hat mich immer wieder zum Schmunzeln, sogar richtig zum Lachen gebracht. Sie ist bereits ein paar Jahre älter, wie auch ihre Freundin Runa, und wenn die beiden losziehen um ihr Abenteuer zu bestehen, ist nichts und niemand mehr sicher. In diesem Buch haben wir Charaktere, die mir einfach rundherum gefallen.

Einziger persönlicher Kritikpunkt an der Geschichte ist der Schluss, der sich nach dem Kongress abspielt und mir zu langatmig erschien. Dadurch, dass hier ein zweiter Abenteuerhöhepunkt inszeniert wird, muss man als Leser noch einmal Anlauf nehmen, um ans Ende zu gelangen. Diese Art von Schluss sagt mir persönlich nicht zu, aber das ist Meckern auf höchstem Niveau.

Was mir besonders gefallen hat:

Die Sprache des Buches ist einfach gehalten, was den Text auch für jüngere Leser attraktiv macht. Neben den toll beschriebenen und verwendeten Charakteren gefällt mir besonders, dass die Geschichte zwischen den Zeilen Werte wie Freundschaft, Toleranz und Zusammenhalt übermittelt, die jeder Leser mitnehmen wird. Witzig untergebracht sind verschiedene Stereotypisierungen, die beispielsweise durch die drei kalifornischen Hexen verdeutlicht werden. Sie lassen den Leser mehr als einmal schmunzeln und scheinen das Bild, das man über kalifornische Mädels hat, zu bestätigen.

Gestaltung:

Neben der spannenden und auch mal lustigen Geschichte, an der sich hoffentlich noch viele Kinder bzw. Jugendliche erfreuen werden, muss ich zu guter Letzt auch noch die schöne Aufmachung des Buches erwähnen. Die äußere Gestaltung wird durch die kleine Maus und die kleine Katze neben den Seitenzahlen, sowie der einfachen, aber kreativen Aufmachung der einzelnen Kapitel, komplett gemacht und unterstützt. Mich hat der Gesamteindruck auch beim zweiten Band überzeugt.



Wertung:

Sabine Städing hat es zum zweiten Mal geschafft mich sowohl mit ihrer Geschichte, wie auch mit ihren Charakteren zu überzeugen und mir eine vergnügliche Lesezeit zu bereiten, die viel zu schnell vorbei war. Ich hoffe natürlich auf einen dritten Band um die Junghexe Magnolia, ihre verrückte Tante und all die liebenswerten Wesen, die in den einzelnen Büchern auftauchen. Auch die Gestaltung gefällt mir außerordentlich gut, obwohl sie so einfach gehalten wurde.
Da ich außer meinem persönlichen Kritikpunkt nichts zu meckern habe und dieses Buch nach dem ersten Band uneingeschränkt weiterempfehle, gibt es von mir 5 Lila-Lesesterne.  


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