Dienstag, 18. Juni 2013

Rezension: "Jake Djones und die Hüter der Zeit" von Damian Dibben






Titel: Jake Djones und die Hüter der Zeit
Reihe: Band 1 der Reihe "Jake Djones"
Verlag: Penhaligon
Hardcoverausgabe mit 347 Seiten
ISBN 978-3-7645-3093-8
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: keine Angaben
Preis: 16,99 Euro







Klappentext:

Es ist Zeit für neue Helden!

Jake Djones führt ein ganz gewöhnliches Leben - bis er eines Tages vom Geheimbund der Geschichtshüter erfährt. Die Agenten dieses mysteriösen Bundes eröffnen Jake nicht nur, dass er durch die Zeit reisen kann, sie benötigen auch noch seine Hilfe. Der skrupellose Prinz Xander Zeldt will die Vergangenheit nach seinem Willen verändern und der Welt dadurch für alle Zeit seine Herrschaft aufzwingen. Gemeinsam mit den besten Agenten der Geschichtshüter begibt Jake sich auf eine gefährliche Mission ins Venedig des 16. Jahrhunderts. Das Schicksal der Menschheit hängt allein von seinem Mut und der Entschlossenheit seiner Gefährten ab - in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft...

Der große internationale Bestseller für alle Fans von Artemis Fowl und Percy Jackson endlich auch auf Deutsch. 

"Ich gebe diesem Roman 10 von 10 möglichen Punkten!" Guardian

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Story und Charaktere:

Der 14jährige Jake führt eigentlich ein ganz normales Leben. Seine Eltern betreiben einen kleinen Laden für Sanitärgegenstände, von dem Jake nicht wirklich versteht, wie sie sich damit über Wasser halten können und ab und an kommt es vor, dass sie auch mal eine Messe für eben diese Gegenstände besuchen. Das ist auch jetzt wieder der Fall. Ziemlich plötzlich müssen seine Eltern los und Jake ist für ein paar Tage auf sich gestellt - nur seine Tante kümmert sich um ihn.
Aus Jake unbekannten Gründen wird der Aufenthalt seiner Eltern länger als geplant, wollten sie doch eigentlich nur übers Wochenende verreisen. An dieser Stelle beginnt das Abenteuer.
Jake wird plötzlich am helllichten Tag entführt. Nicht aber, wie man meinen könnte, von Erpressern oder fiesen Ganoven – nein, von einer Geheimgesellschaft. Nicht, dass Jake sofort alles glauben würde, was ihm innerhalb kürzester Zeit um die Ohren rasselt, doch kann er sich den Fremden, die ihn mitgenommen haben, nicht erwehren, als sie ihm klar machen, dass er nicht abhauen kann, da er sonst seine Eltern nie wiedersehen würde. Sie stecken in einer anderen Zeit in großen Schwierigkeiten. Eine Information, die für Jake nur schwer zu glauben ist.
Die Geheimgesellschaft, in die Jake da hineingeraten ist, sind die „Geschichtshüter“. Eine kleine Gruppe von Menschen, die durch die Zeit reisen kann und in der Geschichte eingreift, wenn es brenzlig wird. Jake gehört zu den „Diamanten“ - den besonders hoch gestellten Geschichtshütern.
Noch bevor Jake all diese Informationen verdaut hat, geht es auch schon los. Er bekommt eine Tinktur, die nach ausgelaufener Batteriesäure schmeckt, und landet kurze Zeit später im Frankreich des Jahres 1820. Hier sollen seine Eltern festgehalten werden.

Den Geschichtshütern gegenüber steht der fiese Prinz Zeldt, der einen unglaublichen Plan ausgeheckt hat um sich die Welt zu unterwerfen und zu einem dunklen Ort zu machen. Er ist es auch, der daran Schuld ist, dass Jakes Eltern nicht von der Messe zurückgekehrt sind. Sie sind ebenfalls Zeitreisende, die von Zeldt im Venedig einer anderen Zeit von ihm gefangen genommen worden sind. Mittels eines Spions in den Reihen der Geschichtshüter schafft er es, alle außer Jake und Topaz in seine Gewalt zu bringen, als sie versuchen, die Djones zu retten.

Doch Jake und Topaz geben nicht auf. Mittels List und Tücke schleichen sie sich in das Schloss von Zeldt und erfahren dort noch etwas viel Schlimmeres: Das Zeitalter der Renaissance soll verhindert werden.

Jake Djones hat es wohl vor allem seiner großen Neugierde zu verdanken, dass er auf dieses rasante Abenteuer mitgenommen wird. Während jeder andere Mensch um sich geschlagen und um Hilfe geschrien hätte, lässt Jake sich entführen, um zu sehen, was passiert. Er reagiert zwar verwirrt, als die Informationen über die Geschichtshüter, Zeitreisen und seine Rolle dabei auf ihn einprasseln, findet sich aber sehr schnell damit ab und sieht dem Abenteuer mit Spannung entgegen. Seine Handlungen scheinen meist dem naiven Geist eines 14jährigen Jungen zu entspringen, während man hin und wieder das Gefühl hat, es mit einem  abgebrühten Erwachsenen zu tun zu haben. Sein Mut scheint unerschöpflich zu sein, nur selten bekommt Jake es mit der Angst zu tun. Ratten zum Beispiel bringen ihn völlig aus der Fassung.

Begleitet wird Jake von einer bunt zusammengewürfelten Gruppe, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Wir haben die unnahbar kühle Schöne, den egozentrischen Humoristen und auch den weinerlichen Niemand, der einem manchmal ganz schön auf die Nerven gehen kann. So sind die Charaktere jedoch klar voneinander abgegrenzt, was sie zu einem sympathischen Haufen macht, den man gerne auf seinem Abenteuer begleitet. Ein bisschen mehr Tiefe hätte dem ein oder anderen Charakter mit Sicherheit nicht geschadet, stehen wir hier aber doch noch am Anfang einer Reihe, die dies in den Folgebänden sicherlich wettmachen wird. In diesem Band steht eindeutig Jake im Vordergrund, über den wir mehr als genug erfahren.

Die Gegenspieler der Geschichtshüter scheinen mir nicht ganz so rund zu sein. Sie tauchen immer wieder auf, es wird viel über sie gesprochen, aber agieren sie doch selten selbst. Erst am Ende wird dem Leser bewusst, mit welch dunklen Gestalten man es die ganze Zeit zu tun hatte. Da hätte ruhig etwas mehr kommen können, um das Problem, das es zu lösen gilt, noch angemessener darzustellen.

Was mir besonders gut gefallen hat: 

Es gibt keinen großen Vorlauf der Geschichte, sodass man schon nach ein paar Seiten mitten im Geschehen steckt. Sofort beginnt ein rasantes Abenteuer, dass es kaum zulässt ordentlich Luft zu holen. Es gibt kaum Abschnitte in denen die Geschichtshüter mal zur Ruhe kommen – sie stehen ständig unter Strom, bleibt das Abenteuer doch nicht einen Moment stehen. Diese Spannung hält bis zur letzten Seite durch. Definitiv etwas, was nicht jeder Autor schafft und was man einfach hervorheben muss.

Dabei ist das Abenteuer von gefährlichen Situationen, ungeheuerlichen Kämpfen und immer wieder neuen Geheimnissen nur so durchdrungen. Schön ist der Aufbau, der uns immer wieder auch mal von Jake weg und zu seinen entführten Freunden hinführt, sodass die Geradlinigkeit einer einzelnen Figur unterbrochen wird und man einen Gesamteindruck des Abenteuers erhält. Das kommt der Spannung zu Gute, die in diesem Buch mit Sicherheit nicht fehlt.

Besonders positiv finde ich, dass diese Zeitreiseerzählung ohne geschichtliche Figuren auskommt. Reist man doch meist in eine Zeit, in denen bekannte Figuren aus der Geschichte auftauchen. Hier steht tatsächlich das Geschehen rund um Jake und seine Freunde im Vordergrund, ohne, dass noch endlose geschichtliche Nähte geknüpft und Erklärungen gegeben werden müssen, um dem Leser die Zeit, in der sie gelandet sind, näherbringen zu können.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Nach Reihen wie der Edelstein-Trilogie und Zeitenzauber halte ich nun ein Buch in der Hand, dessen Handlung mich zwar überzeugt, nicht aber die Art und Weise wie Zeitreisen hier vonstatten gehen. Es hat sich mir nicht ganz erschlossen, wie auf der einen Seite nur eine kleine Auswahl von Menschen damit gesegnet ist, Zeitreisen durchführen zu können, wenn sie ein bestimmtes Gemisch zu sich nehmen, auf der anderen Seite aber ein ganzes Schiff samt Besatzung auf Seiten der Bösen in ein Hauptquartier, das etwa 2000 Jahre in der Vergangenheit liegt, springen kann. Hinzu kommt, dass so große Zeitsprünge sogar den Tod mit sich bringen können, wenn man nicht genug Menschen mit der „Diamant-Begabung“ dabei hat, was hier natürlich nicht passiert. Auch Haustiere scheinen übrigens kein Problem mit Zeitsprüngen zu haben. Die Idee schien mir nicht ganz ausgereift.

Einige Passagen wurden zwar sehr gut beschrieben, widersetzten sich aber meiner Logik. Wenn plötzlich jemand, während er mit der Peitsche malträtiert wird, sein eigenes Halstuch zu einem Lasso binden kann, um es demjenigen mit der Peitsche dann um den Hals zu werfen, stellt sich mir unweigerlich die Frage, was für ein riesiges Halstuch derjenige wohl mit sich trägt. Wenn derjenige der das Halstuch dann um den Hals geworfen bekommt daran auch noch eine Weile an einer Kutsche herunter über dem Abgrund baumelt, ist mir das Ganze dann doch zu viel. Solche Szenen gibt es immer mal wieder, die das Abenteuer hier und da dann doch etwas unrealistisch erscheinen ließen.

Gestaltung: 

Die Hauptfarbe des Covers ist schwarz, wodurch sich die goldene Sanduhr, die von zwei goldenen Planeten auf einer goldenen Scheibe flankiert wird, besonders schön abhebt. Ein Symbol, das im Buch eine sehr große Rolle spielt. Am unteren Teil der Sanduhr sehen wir die Silhouette eines Jungen, der wohl Jake Djones sein dürfte. Unter dem Mittelpunkt der Betrachtung finden wir noch ein schwarz-graues Bild einer Burg oder eines Schlosses. Wer das Buch gelesen hat, weiß, worum es sich dabei genau handelt. Ein sehr ansprechendes Cover, das nicht wenig dazu beigetragen hat, dass ich dieses Buch gekauft habe.

Wertung: 

Story und Charaktere haben mir sehr gut gefallen, auch die Umsetzung der Geschichte und die darin enthaltene Spannung lassen kaum zu wünschen übrig. Da ich aber wenig von der Darstellung der Zeitreise überzeugt bin, die sicher auch Geschmackssache ist und deshalb nur einen halben Punkt Abzug bekommt, aber immer wieder auch Passagen dabei waren, die mich den Kopf schütteln ließen, die das Buch einen Punkt kosten, gebe ich „Jake Djones“ 3 ½ Lila-Leseterne.


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