Dienstag, 13. August 2013

Rezension: "Das Milliarden-Trio und der indische Diamant" (Richard Newsome)






Titel: Das Milliarden-Trio und der indische Diamant
Reihe: Band 1 der Reihe "Das Milliarden-Trio"
Verlag: Oetinger
Taschenbuchausgabe mit 380 Seiten
ISBN 978-3-8415-0208-7
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Preis: 7,99 Euro






Klappentext:

Plötzlich Milliardär! Nach dem Tod seiner Großtante ist Gerald der reichste Junge der Welt. Dann aber stellt sich heraus, dass Tante Geraldine ermordet wurde. Kann die Tat mit dem Raub des unbezahlbaren Noor-Jehan-Diamanten zusammenhängen, der dank Tante Geraldines Vermittlung im Britischen Museum ausgestellt wurde? Und wer ist der dünne schwarze Mann, der nun auch Gerald nach dem Leben trachtet? Nur gut, dass ihm die Zwillinge Sam und Ruby helfen wollen, das Rätsel um den indischen Diamanten zu lösen, ehe es zu spät ist...

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Story und Charaktere:

Gerald freut sich wahnsinnig auf die kommenden Ferien, die er mit seinem Freund Ox und dessen Eltern in einem Skiort verbringen will. Die Aussicht auf zwei Wochen ohne seine Eltern, versetzt ihn in wahre Hochstimmung. Am letzten Schultag jedoch werden Geralds Skiurlaubsträume durch den Tod seiner Großtante Geraldine zunichte gemacht. Statt auf Skiern den Berg hinabzudüsen, muss er mit seinen Eltern nach London zur Beerdigung fliegen.
Zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nicht, dass Geraldine eine der reichsten Frauen der Welt war und schon gar nicht, dass sie ihm ihr gesamtes Vermögen vererbt hat. Als er es erfährt, steht die Welt plötzlich Kopf. Um seinen neuen Besitz zu besichtigen, lassen seine Eltern ihn alleine in London in seinem neuen riesigen Haus, zusammen mit einem Butler, der ihn nicht leiden kann. Das beruht allerdings schon bald auf Gegenseitigkeit.
Gerald sieht sich nun ganz allein den Medien ausgesetzt und bekommt nur etwas Hilfe von Geraldines Anwalt, der ihn am liebsten im Haus einschließen möchte. Natürlich lässt sich Gerald das nicht gefallen. Schon gar nicht, als er aus einem Brief von Geraldine erfährt, dass seine Tante schon im Vorfeld geahnt hat, dass sie ermordet werden würde. In diesem Brief hinterlässt sie ihm den Auftrag, ihren Mörder zu finden.
Zum Glück steht er dieser Aufgabe schon bald nicht mehr allein gegenüber. Als die Zwillinge Ruby und Sam ihn aus einer gefährlichen Situation retten, freundet er sich mit ihnen an und erlebt mit den beiden ein rasantes Abenteuer rund um den Tod seiner Tante und einen verschwundenen indischen Diamanten.

Bisher war Gerald ein ganz normaler Junge mit einer ganz normalen Familie, von der er hin und wieder ganz schön genervt war, wie es jeder Teenager immer mal wieder ist. Das alles ändert sich schlagartig, als er plötzlich eines der größten Vermögen der Welt erbt. Plötzlich ist er nicht mehr nur ein unscheinbarer, von niemandem beachteter Junge, der gerne zeichnet, sondern ein Medienstar für den sich die ganze Welt zu interessieren scheint.
Dieser Rummel um seine Person gefällt Gerald überhaupt nicht. Deshalb arbeitet er schon bald mit List und Tricks, um den Medienheinis zu entkommen. Von seinen Eltern allein gelassen, die jetzt von seinem Geld durch die Welt düsen, muss Gerald sich in seiner neuen Heimat London selbst behaupten. Neben dem Medienrummel ist da dann noch die Sache mit dem Mord an seiner Tante und dem Diebstahl des indischen Diamanten. Schon deshalb, weil ihn die Sache so neugierig macht, versucht Gerald erste Hinweise zu verfolgen und ganz Detektiv zu sein. Leider ist er dabei aber auch sehr unvorsichtig und gerät schon bald in große Gefahr. Gerettet wird er von den Zwillingen Ruby und Sam, die ebenfalls in London leben und ab sofort mit von der Partie sind. Die beiden sind sehr aufgeweckt und bringen Schwung in die Geschichte.
Jeder dieser drei Charaktere hat seinen ganz einen Charme und alle sind mit den unterschiedlichsten Eigenschaften ausgestattet. Man hat es so sehr leicht sich mit dem Trio zu identifizieren und fühlt sich schon bald, als wäre man live dabei.
Da Richard Newsome ein Zwillingspaar als Begleitung für Gerald gewählt hat, fehlt auch das typische Verhalten unter Geschwistern nicht, das mich immer wieder hat schmunzeln lassen.
Ganz typisch gewählt wurde die Figur von Ruby, die sich vor den Jungs gerne behauptet, aber, wenn es brenzlig wird, einen kühlen Kopf bewahrt. Manche Aktionen von ihr sind zwar sehr tollkühn und werden dementsprechend von den Jungs kommentiert, doch wären die beiden ohne sie ganz schön aufgeschmissen.
Ich würde sagen, schon durch die Charaktere kommen Jungs und Mädchen gleichermaßen auf ihre Lesekosten.

Über die Gegenspieler des Trios möchte ich nichts erzählen, knobelt man doch bis zum Ende mit, mit wem sie es zu tun haben.

Was mir besonders gefallen hat:

Obwohl das Buch 380 Seiten in nicht allzu großer Schrift hat, ist es wunderbar kurzweilig. Die Handlung ist so spannend, dass ich es in einem Rutsch durchlesen musste und ich mir gleich darauf Band 2 bestellt habe.
Die Rätsel, die sich im Laufe des Buches ansammeln und gelösten werden müssen, gleichen immer mehr einer Schatzsuche, die das Ganze zu einem richtigen Abenteuer macht. Alte Bücher, Grabkammern, verschollene Gegenstände und einiges mehr ziehen den Leser in seinen Bann.
Der lockere, leicht verständliche Schreibstil sorgt auch bei jüngerem Publikum für ein tolles Lesevergnügen, dem man sich nicht so schnell entziehen kann.
Was mir auch sehr gut gefällt ist, dass das Abenteuer nach diesem Buch noch nicht zuende ist. Einige Knotenpunkte bleiben unentwirrt und offen, sodass man auf den zweiten Band gespannt sein darf.

Zusatz Altersempfehlung:

Da das Abenteuer über 380 Seiten manchmal ganz schön kompliziert wird und das Buch besonders in er zweiten Hälfte nicht ganz gewaltfrei ist, würde ich die Leseempfehlung auf 12-13 Jahre anheben. Zehnjährigen würde ich dieses Buch noch nicht einfach so in die Hand drücken.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Für mich als Erwachsene stellt die Verwendung von Szenen, in denen jemand auf unschöne Weise stirbt oder verletzt wird, kein Problem dar. In einem Jugendbuch wie diesem hätte man meiner Meinung nach auf starke, durch andere Personen verursachte, Verletzungen, Pfeile in Brust und Kopf etc. aber verzichten sollen. Deshalb auch mein Zusatz bezüglich der Altersempfehlung.

Außerdem hat mir die Darstellung von Geralds Eltern nicht gefallen, bzw. schien mir unpassend und überzogen. Sie sind ein raffgieriges Ehepaar, das es von Anfang an auf das Geld der Großtante abgesehen hat und sie lassen Gerald komplett alleine in London zurück, nachdem er es geerbt hat. Natürlich kann ich mir vorstellen, dass es solche Menschen gibt, doch schien mir das Ganze hier etwas unglaubwürdig. Das mag letztlich Geschmackssache sein und wird deshalb nicht in meine Wertung einbezogen.

Gestaltung: 

Durch das Design der Taschenbuchausgabe wurde ich auf dem Flohmarkt auf dieses Buch aufmerksam und nahm es mit, weil es mir so super gefallen hat. In nächtlicher Atmosphäre stehen die drei Hauptprotagonisten zwischen zwei Bäumen vor einem großen Haus. Nebelschwaden ziehen am Boden entlang und sorgen für eine mystische Atmosphäre. Gerald hält die linke Hand nach vorne, in der der Diamant aus dem Buchtitel glänzt.
Einziger Kritikpunkt meinerseits: durch die fast identische Art der Kleidung sehen die drei aus wie Drillinge, was ich etwas irreführend finde.

Wertung:

Mir persönlich haben die Charaktere und die Story sehr gut gefallen. Aufgrund der verwendeten Gewalt und der damit verbundenen, mir nicht ganz passenden, Leseempfehlung, ziehe ich einen halben Stern ab und vergebe an dieses Buch 4 ½ lila Lesesterne.


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