Montag, 12. August 2013

Rezension: "Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen" (Rick Riordan)





Titel: Percy Jackson - Im Bann der Zyklopen
Reihe: Band 2 der Reihe "Percy Jackson"
Verlag: Carlsen
Taschenbuchausgabe mit 329 Seiten
ISBN 978-3-551-310-590
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre
Preis: 7,99 Euro
Auch als Hardcoverausgabe für 14,90 Euro erhältlich






Klappentext:

Mein Albtraum fing so an: Ich stand auf einer verlassenen Straße in einem kleinen Ort am Meer. Es war mitten in der Nacht. Ein Sturm wütete.

Auch Percys siebtes Schuljahr verläuft nicht wirklich ruhig: Erst gerät sein bester Freund Grover in die Gewalt eines Zyklopen, dann vergiftet jemand den Baum der Thalia im Camp der Halbgötter und hebt so dessen magische Kräfte auf. Nur das goldene Vlies kann jetzt noch helfen. Das aufzutreiben ist allerdings weitaus schwieriger als Percy gedacht hat - ein abenteuerlicher Wettlauf um das Leben Grovers und die Sicherheit des Camps beginnt.

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Hier findet ihr meine Rezension zu Band 1: Percy Jackson - Diebe im Olymp

Story und Charaktere:

In Percys zweitem Abenteuer geht es hoch her. Nicht nur, dass jemand den Baum der Thalia vergiftet hat, der das Camp der Halbgötter schützt, nun aber jetzt langsam seine Kräfte verliert und das Camp somit angreifbar macht – nein, auch Percys Freund Grover der Satyr ist in großen Schwierigkeiten. Von diesen Schwierigkeiten erfährt Percy durch seine Träume, in denen Grover eine gedankliche Verbindung zu ihm aufnimmt. Grover wird von einem schrecklichen Zyklopen festgehalten, der zufällig auch noch genau das besitzt, was das Camp für seine Rettung braucht – das goldene Vlies, das über lange Zeit hinweg verschollen war.
Natürlich will Percy seinen besten Freund retten und setzt sich dafür über sämtliche Regeln und Verbote hinweg, die die neue Campleitung aufstellt. Zusammen mit Annabeth und einem Zyklopen namens Tyson, der sich als Percys Halbbruder entpuppt, macht er sich auf den Weg, um Grover und das Camp zu retten. Das ist natürlich nicht ganz einfach – sitzen ihm doch wieder ungeahnte Mächte im Nacken, die zu keiner Zeit ruhen.

Nachdem wir es im ersten Band noch mit einem Jungen zu tun hatten, der weder eine Ahnung hatte wer er ist, noch was er kann oder woher er kommt, treffen wir in Band 2 auf einen jungen Mann, der sich seiner selbst sehr bewusst ist. Seit dem letzten Abenteuer ist wieder fast ein ganzes Schuljahr ins Land gegangen und Percy ist sich völlig im Klaren darüber, dass er von Glück sagen kann, dass bisher nichts wirklich spektakuläres passiert ist. Doch am Ende freut er sich fast schon wieder zu früh. Kurz vor Schluss muss er sich noch einem heftigen Angriff stellen, mit dem er nicht gerechnet hat.
Wie wir Percy schon aus Band eins kennen, handelt er auch hier wieder sehr impulsiv und oft auch sehr naiv. Beides hat er seiner Neugierde zu verdanken, die ihn immer wieder dazu bringt, sich in Abenteuer zu stürzen, die eigentlich viel zu groß für ihn sind. Er kann sich glücklich schätzen, dass Annabeth – die Tochter der Athene – und sein Halbbruder Tyson ihm zur Seite stehen, während er hin und wieder den Kopf verliert. Ohne die beiden, würde er manchmal ganz schön in Schwierigkeiten stecken.

Mit Percy folgt man auch Annabeth und Tyson einem wilden Abenteuer voller Überraschungen, das dem Leser die einzelnen bereits bekannten Charaktere noch näher bringt. Dabei spreche ich vor allem von Annabeth und Grover, aber auch Clarisse, die in der Bedrohung des Campes eine Chance sieht, auch endlich eine Heldenaufgabe zu erfüllen, wie Percy es im ersten Band bereits getan hat. Luke ist ebenfalls ein Campcharakter, dessen niederträchtiges Wesen sich uns in Band zwei in vollem Umfang offenbart wird. Dadurch, dass hier das Vorgeplänkel fehlt, dass eine Reihe im ersten Band immer braucht, um einen Einstieg zu haben, kommen Leser hier voll auf ihre Abenteuerkosten, die von tollen Charakteren getragen werden.

Was mir besonders gut gefallen hat:

Wieder einmal werden verschiedene Punkte der griechischen Mythologie aufgegriffen und ganz wunderbar in die Neuzeit versetzt. Als Fan der griechischen Mythologie muss ich sagen, dass diese Übertragung ihren ganz eigenen Charme hat, der mir mit einem Augenzwinkern gefällt. Wir erleben hier einen Teil der Odyssee einmal in völlig neuem Gewand. Ich könnte mir vorstellen, dass diejenigen, die sich gerade im Geschichtsunterricht mit diesen Dingen befassen, nach dem Lesen einen ganz anderen Blick auf dieses Fach werfen werden und an der Thematik sogar Spaß entwickeln könnten.

War die erste Episode schon spannend, landen wir hier in einem noch viel rasanteren Abenteuer. Der Schreibstil ist locker und leicht verständlich. Die Sätze sind wieder angenehm lang und gut lesbar für das empfohlene Lesealter. Der Spannungsbogen ist hier aber definitiv ein anderer als der in Band eins. Dieses zweite Abenteuer ist noch viel rasanter und geht in einem aberwitzigen Tempo vonstatten, dem man sich während des Lesens nicht entziehen kann. Man merkt förmlich, wie die Augen den Worten hinterherjagen, um in Windeseile die Seiten zu verschlingen. Mich hat dieser Teil wortwörtlich in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite gefesselt. Klar, dass ich auf die Folgebände so nicht verzichten kann. Wer ein Buch mit Atempausen braucht, ist hier an der falschen Adresse.

Gestaltung:

Da ich den zweiten Band in der Buchhandlung erworben habe, konnte ich mich dieses Mal für das deutsche Originalcover entscheiden und habe nicht „Das Buch zum Film“ gewählt. Vorherrschend sind vor allem orange-rote und gelbe Farbtöne, die den Blick des Betrachters auf sich ziehen. Ein großer Kopf nimmt etwa ¾ des Covers ein, der einen Jungen betrachtet, der vor der Sonne über den Wolken zu schweben scheint, während vor ihm zwei Schafe auf eben diesen herumlaufen. Wer das Buch liest, wird schon bald herausfinden, wieso, weshalb, warum diese Form des Covers gewählt wurde. Mir jedenfalls gefällt sie sehr.

Wertung:

Noch rasanter, noch spannender, noch göttlicher – das alles kann ich über dieses Buch im Vergleich zu Band eins sagen, der mir auch schon besonders gut gefallen hat. Dieser Teil ist in meinen Augen definitiv noch eine Steigerung und schraubt die Erwartungen auf Band drei natürlich in eine beträchtliche Höhe. Ausgehend von diesem Urteil vergebe ich auch an Band zwei dieser Reihe gerne wieder 5 Lila-Lesesterne.




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