Mittwoch, 30. Oktober 2013

Rezension: "Das Geheimnis von Ashton Place - Aller Anfang ist wild" (Maryrose Wood)






Titel: Das Geheimnis von Asthon Place - Aller Anfang ist wild
Reihe: Band 1 der Reihe "Das Geheimnis von Ashton Place"
Verlag: Thienemann Verlag
Hardcoverausgabe mit 284 Seiten
ISBN 978-3-522-18296-6
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 11-13 Jahren
Preis: 12,95 Euro






Klappentext:

Sie sind alles andere als normal,

die drei Wilden von Asthton Place. Sie heulen wie die Wölfe und jagen leidenschaftlich gern Eichhörnchen. Dabei sollen sie doch endlich lernen, sich richtig zu benehmen - schließlich gibt Lady Ashton bald ein großes Fest! In dieser äußerst schwierigen Situation kann nur eine helfen: Miss Penelope Lumley, die zauberhafte Gouvernante der Swanburne Academy. Beherzt macht sie sich an die Arbeit und merkt bald, dass nicht jeder ihre Bemühungen unterstützt. Allen voran Lord Ashton... Wie kann sie die Kinder vor ihm schützen? 


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Story und Charaktere:

Miss Penelope Lumley, die wir jetzt Penelope nennen dürfen, da wir sie kennen gelernt haben, hat gerade als Jahrgangsbeste die Swanburne Academy für kluge Mädchen aus armen Verhältnissen verlassen und ist nun auf der Suche nach einer Anstellung als Gouvernante.
Diese findet sie auf dem herrschaftlichen Anwesen von Lord und Lady Ashton, die eine ganz besondere Aufgabe für sie bereithalten.
Penelope soll sich um drei Kinder kümmern, die Lord Ashton bei einem seiner Jagdausflüge völlig verwildert in einem Waldstück auf seinem Anwesen gefunden hat. Sie heulen wie die Wölfe, laufen auf allen Vieren und gleichen auch sonst eher Tieren als Menschen. Bis zum Weihnachtsball von Lady Ashton hat Penelope nun Zeit aus den drei „Wilden“ vorzeigbare kleine Engländer der viktorianischen Zeit zu machen.

Penelope ist gerade erst 15 Jahre alt, als sie die Swanburne Academy verlässt und die Anstellung auf Ashton Place annimmt. Für jede Situation der sie sich nun stellen muss, hat sie ein passendes Zitat ihrer damaligen Direktorin parat, nach deren Grundsätzen sie die drei ihr anvertrauten Kinder zu erziehen versucht. Es dauert nicht lange, dann sind ihr die drei „Wilden“ auch schon ans Herz gewachsen und umgekehrt scheint dies ebenfalls der Fall zu sein.
Durch Penelopes herzliche, freundliche, ruhige und auch humorvolle Art bringt man ihr als Leser eine ungeheure Sympathie entgegen und kann gar nicht anders als das ganze Buch hindurch mit ihr mitzufühlen und mitzufiebern. Ein Charakter ganz nach meinem Geschmack.

Penelopes Arbeitgeberin, Lady Ashton, ist ein sehr typischer, klischeehafter Charakter der Zeit in der die Geschichte spielt. Ihre Auftritte erinnern an die einer Schauspielerin, fällt sie doch jedes Mal gekünstelt in Ohnmacht, wenn ihr etwas zu viel wird. Auch im Dramatisieren jeder ihr sich bietenden Gelegenheit hat sie einen Meistertitel.
Da die drei Kinder auf ihrem Anwesen nicht ihre eigenen sind, bringt sie ihnen mehr Hass als Liebe entgegen und hat auch für ihren frisch angetrauten Ehemann kein Verständnis, wenn es darum geht, die Kinder zu behalten.

Lord Ashton ist ein sehr undurchsichtiger Charakter, dessen Rolle dem Leser im ersten Band weitestgehend verborgen bleibt. Außer seinem Argument „Was man findet, darf man auch behalten“ gibt er keine weitere Begründung dafür ab, warum er die „Wolfskinder“ auf seinem Anwesen behält. Auch sonst erfährt man nicht viel über ihn oder seine Familie, was den Leser am Ende des Buches diesbezüglich etwas unbefriedigt zurücklässt.

Über die Kinder und wie sie sich in der Obhut von Penelope entwickeln, möchte ich nicht zu viel sagen. Sie machen schließlich einen großen Reiz des Buches aus, auch wenn ich finde, dass ihnen hier und da nicht genug Platz eingeräumt wurde.

Was mir besonders gefallen hat:

Der wunderbare Schreibstil, der auf lockere Art und Weise der Zeit angepasst wurde in der die Geschichte spielt, trägt den Leser durch das Buch. Unterbrochen wird das Ganze immer wieder durch witzige Anmerkungen der Autorin, die mich oft haben schmunzeln lassen.
Obwohl die Geschichte nur langsam Fahrt aufnimmt, um dann rasant zu enden, hat mich die „ruhige“ Phase überhaupt nicht gestört. Es gab keine unnötigen Längen und keine langweiligen Passagen, die das Vorankommen gestört hätten. Am Ende ist es war kein Buch, das förmlich zum Weiterlesen des zweiten Bandes drängt, aber ingsamt ist es so schön zu lesen, dass es einfach Spaß gemacht hat, die Charaktere durch die Geschichte zu begleiten.

Was das Geheimnis von Ashton Place betrifft, kommt man diesem hier noch nicht auf die Spur. Ganz im Gegenteil, man klappt das Buch mit mehreren Fragezeichen über dem Kopf zu und kann nur hoffen, dass sich diese in Band zwei auflösen.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Wie schon bei den Charakteren erwähnt, finde ich, dass hier zu wenig Platz für die Entwicklung der Kinder eingeräumt wurde. Alles wirkt ein wenig sprunghaft, wenig ausgebaut und als hätte die Autorin den schwierigen Part auslassen wollen. Kinder, die in der Wildnis aufgewachsen sind und keine gesellschaftlichen Erfahrungen haben, brauchen meiner Meinung nach mehr Entwicklungsraum. Gerade in Situation, in denen sie beispielsweise mit ausgestopften Tierköpfen konfrontiert werden und sich zurückziehen, hätte man besser auf das Verhalten der drei eingehen können.

Gestaltung: 

Auch bei diesem Buch ist es, wie es bei vielen meiner Bücher ist: Das Cover hat mich sofort auf das Buch aufmerksam gemacht. Es mutet farblich sehr herbstlich an. Auch die herumfliegenden Blätter, die von den Bäumen fallen, tragen zur Herbststimmung bei. Zwischen den Bäumen, die als Rahmen dienen, sieht man drei Kinder und eine Frau die sich im Freien vergnügen. Ein wirklich sehr schönes und passendes Cover für dieses Buch.

Wertung: 

Eine wunderbare Geschichte, die mich einen Abend lang sehr gut unterhalten hat und deren Charaktere mir nicht nur gefallen haben, sondern ans Herz gewachsen sind. Ich vergebe an den ersten Band dieser Reihe 4 Lila-Lesesterne und eine Leseempfehlung.


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