Dienstag, 21. Januar 2014

Rezension: "Das Geheimnis des Bücherhüters" (Corinna Gieseler)






Titel: Das Geheimnis des Bücherhüters
Reihe: nein
Verlag: Oetinger
Taschenbuchausgabe mit 224 Seiten
ISBN 978-3-8415-0029-8
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Preis: 14,99 Euro








Klappentext:

Eine düstere Villa, eine uralte Bibliothek, ein unheimlicher Antiquariatsbesitzer und ein geheimnisvolles Buch, hinter dem alle her sind: Die Agentur für Unlösbare Rätsel des Alltags hat ihren ersten Fall! Plötzlich haben Momme und seine Freunde Tobias und Finja es mit sprechenden und sogar gefährlichen Büchern zu tun. Ob es ihnen gelingt, dem großen Geheimnis des Bücherhüters auf die Spur zu kommen?

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Story und Charaktere:

Momme hat eine ganz besondere Vorliebe, die für die meisten Kinder sines Alters einfach nicht nachvollziehbar ist – er findt nämlich Bücher toll. Genau deshalb findet man ihn immer wieder zwischen den Regalen der Bücherei, die ein unfassbares Geheimnis verbergen. Genau dieses Geheimnis soll der 1. Fall der „Agentur für unlösbare Rätsel des Alltags“ werden. Dieser entpuppt sich als ganz schön verworren, spannend und spektakulär. Die Welt um Momme und seine Freunde wird ganz schön auf den Kopf gestellt.
Um den Fall zu lösen, holen sich Momme und Tobias ganz ungewollt Finja mit ins Boot, die sich als wertvolle Helferin erweist. Bücher mit geheimnisvollem Inhalt, dunkle Kräfte, Bücher die sprechen können und sogar das Wissen um existierende Bücherhüter bestimmen ab sofort den Alltag der drei Kinder.

Momme, der als Bücherwurm und absolute Niete im Fußball gerne mal von anderen Kindern seines Alteres damit aufgezogen wird, ist ein so helles Köpfchen, dass sich ihm sogar sprechende Bücher anvertrauen. Zusammen mit seinem Freund Tobias, der nicht viel mit Büchern, aber dafür um so mehr mit Fußball anfangen kann, purzelt er in ein Abenteuer der besonderen Art. In dieser Zeit zeigt sich sich, wie sehr die beiden sich aufeinander verlassen können und wie gut sie als Team funktionieren. Das Gespann wird aber schon bald von zwei auf drei aufgestockt und Finja wird Teil des Abenteuers. In ihr haben die beiden Jungs eine tolle Unterstützung, die der Ruhepol des Ganzen werden soll. Sie behält meistens einen kühlen Kopf, denkt vorausschauend und kombiniert wie kein anderer.
Zusamen sind die drei ein Gespann unterschiedlicher Charaktere, die immer mehr zusammenwachsen und die dem Leser einfach Spaß machen.

Natürlich gibt es zu diesen drei Hauptcharakteren auch noch jede Menge Nebencharaktere, die nicht unerwähnt bleiben sollen.
Bix Max und seine Bande der Desperados machen Momme und seinen Freunden das Leben gerne schwer. Sie verbringen ihre Zeit vor allem damit, anderen Kindern aufzulauern, sie zu schikanieren und jede Menge Unruhe zu stiften. Auch Momme und Tobias schaffen es nicht immer, der Bande zu entkommen. Sie müssen sich immer ganz schön was gefallen lassen.
Dr. Zelander, ein komischer Kaufz, dem ein Trödelgeschäft mit dem klangvollen Namen „Kabinett Fantastika“ gehört, spielt ebenfalls eine große Rolle im Geheimnis um die Bücherhüter. Zunächst skeptisch, dann immer freundlicher und zuvorkommender steht er den drei Geheimnislüftern zur Seite und hilft scheinbar wo er kann. Ein durch und durch gelungener Charakter mit starker Präsenz.
Die zahlreichen Nebencharaktere, die sonst noch auftauchen sind ebenfalls alle sehr gut umrissen worden, sodass man trotz ihrer kurzen Auftritte keine Probleme dabei hat, immer ein vollständiges Bild im Kopf zu haben.

Über die geheimnisvollen Bücherhüter möchte ich an dieser Stelle nichts verraten, soll doch jeder Leser die Chance haben sie selbst kennenzulernen.

Story und Charaktere haben mir im Zusammenspiel sehr gut gefallen und mir eine zauberhafte Lesezeit beschert. Ich hoffe sehr, dass es nicht bei diesem 1. Fall bleiben wird und dass wir die Bücherhüter auch in weiteren Bänden antreffen werden.

Was mir besonders gefallen hat:

Neben der Geschichte und all den wundervollen Charakteren muss ich auch den Schreibstil von Corinna Gieseler einfach loben. Es ist mein erstes Buch aus ihrer Feder, das mich durch ihren wunderbar einfachen und lockeren Schreibstil sofort in den Bann gezogen hat. Hier hat für mich alles gestimmt, sodass ich schlicht sagen kann: Dieses Buch hat mir eine Menge Spaß gemacht.

Durch die Konstellation zweier Jungen und einem Mädchen kommen beim Lesen beide Geschlechter auf ihre Kosten. Dabei erkennen sie sich oder Situationen aus dem Alltag bzw. dem eigenen Umfeld sicherlich immer mal wieder. Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen, aber auch Akzeptanz spielen dabei eine wichtige Rolle. All dies wird dem jungen Leser sehr subtil präsentiert und damit greifbar gemacht.

Gestaltung:

Ein Junge mit einem Buch unter dem Arm wird von einem Mädchen, das den Finger zum Zeichen des Stillseins auf die Lippen gelegt hat, festgehalten und sieht sich um. Hinter ihm steht ein Junge mit einem Rucksack. Um die Kinder herum ist es ziemlich dunkel und Bücher fliegen durch die Luft. Im Hintergrund sieht man den Schatten eines unbekannten Wesens.
Schon als ich das erste Mal das Cover dieses Buches gesehen habe, hat es mich unheimlich neugierig auf den Inhalt gemacht. Jetzt kann ich bestätigen, dass dieses Cover hält was es verspricht. Was mich besonders freut: Obwohl so „einfach“ dargestellt, erkennt man in den drei Personen auf dem Cover die Charaktere ganz genau wieder.

Wertung:

Ein Buch, das mich rundum begeistert hat. Die 224 Seiten vergingen wie im Flug und ich hätte sehr gerne noch weitergelesen. Ich hoffe also sehr auf eine Fortsetzung und lege bis dahin jedem Leser, der sich gerne in unglaublichen Geheimnissen verliert, dieses Buch ans Herz. Ganz klare 5 Lila-Lesesterne von mir.


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