Mittwoch, 22. Januar 2014

Rezension: "Max und Micha - Ihre ersten Fälle" (Bd.1 und 2) (Klaus Kurt Löffler)






Titel: Max und Micha - Ihre ersten Fälle
Reihe: Band 1und 2 der Reihe "Max und Micha"
Verlag: Books on Demand
Taschenbuchausgabe mit 576 Seiten
ISBN 978-3844853742
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: keine Angaben
Preis: 9,90 Euro






Klappentext:

Trickdiebe machen die Umgebung unsicher, ein geheimnisvolles UFO rast nachts durch den Wald und auf der Jausenstation des Holzer verschwindet kostbare, selbstgebrannte Zirbengeist auf unerklärliche Weise.

Die Junior-Detektive sind voll im Stress und Ärger ist angesagt. Dabei müssen sie sich zu allem Überfluss auch noch mit Max neugierigen Schwestern Lotte und Karo herumplagen, die auf eigene Faust ermitteln.

Das vorliegende Taschenbuch fasst die beiden ersten Fälle der Junior-Detektive zu einer durchgehenden und erweiterten Handlung zusammen.

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Story und Charaktere:

In St.Wolfgang am Wolfgangsee ist ganz schön was los. Eigentlich machen Max, seine Schwestern Lotte und Karo, sowie die Eltern nur Urlaub in diesem beschaulichen Städtchen. Max, der sich schon bald mit Micha anfreundet, der der Sohn eines Biobauern ist, gerät jedoch schon bald in sein erstes detektivisches Abenteuer, bei dem auch seine Schwestern mitmischen. Hinterhältige Trickdiebe, die in immer neuen Verkleidungen Ladenbesitzer übers Ohr hauen, machen die Stadt unsicher. Ein Fall auf den Micha sofort anspringt und bei dem nun auch Max mitziehen muss.
Gerade, als sich dieser Fall durch die Hilfe der vier Kinder scheinbar gelöst hat, geraten sie auch schon in einen weiteren, weitaus beängstigerenden Fall. Nachts macht ein unheimliches, beleuchtetes UFO die Umgebung unsicher und dem Schankwirt wird sein selbstgebrannter Schnaps geklaut. Natürlich müssen Max und Micha der Sache auf den Grund gehen. Ob sie auch diesen verzwickten Fall lösen können?

Max, der mit seiner Familie von der Großstadt aufs Land kommt, hat sicherlich einiges von seinem Urlaub erwartet, nur nicht das, was ihn in St. Wolfgang am Ende erwartet. Eine seiner größten Leidenschaften ist herzhaftes Essen, zu dem er einfach nicht nein sagen kann. Dieser Leidenschaft verdankt er auch seine kräftige Statur, mit der er von Micha gerne mal scherzhaft aufgezogen wird. Während Micha schon längere Zeit mit Feuereifer Detektiv spielt, ist Max ganz neu in dieser „Branche“ und stellt sich deshalb auch hin und wieder noch sehr unbeholfen an. Er ist eher der Typ, der auf Körperkraft vertraut und muss sich erst daran gewöhnen mehr seinen Kopf zu benutzen.
Micha bildet quasi das Gegenstück zu Max. Aufgewachsen auf einem bäuerlichen Gut mit eigenem Labor ist Max der Denker der beiden. Er kombiniert und überlegt sich die passenden Pläne, um Verbrechern das Handwerk zu legen. Dabei ist er sehr mutig und voller Tatendrang. Ein erstmal bekanntes Rätsel, lässt ihn dann nicht mehr los. Aufgeben gibt es bei Max nicht. Zusammen mit Micha bildet er ein amüsantes Doppel, dem man gerne durch die beiden Fälle folgt.
Im Hintergrund ziehen Max kleine Schwestern Karo und Lotte auch immer mit an den Fäden und tragen so auf ihre Art zur Lösung des Falles bei. Dabei ist besonders lustig, dass Karo ständig Worte verdreht und somit die seltsamsten Sätze von sich gibt. Lotte verbessert sie ständig und ist von der Wortverdreherei oft sichtlich genervt. Mit dabei hat Lotte auch immer ihren kleinen Uggi, den Stoff-Orang-Utan der ein ganz eigenes Leben führt.

Über die Gegenspieler der vier Kinder werde ich nichts verraten, soll die Lösung doch jeder Leser selbst herausfinden. Dabei ist nicht immer alles so, wie es zu sein scheint.

Die Nebencharaktere des Buches fand ich insgesamt sehr gelungen, verhalten sich die Menschen in St. Wolfgang doch wirklich so, wie ich es mir für eine solche Stadt vorstellen würde. Vor allem die rundliche, herzliche, stets gut gelaunte Köchin auf dem Gut von Michas Eltern, habe ich ins Herz geschlossen.

Was mir besonders gefallen hat:

Mit den ersten beiden Fällen von Max und Micha, die mit diesem Buch zu einer durchgängigen Geschichte zusammengefasst wurden, fühlte ich mich in meine Jugendzeit zurückversetzt. Zu der Zeit spielten für mich „Burg Schreckenstein“ von Oliver Hasskamp und „Die 5 Freunde“ von Enid Blyton eine große Rolle. Hier hätten sich Max und Micha direkt in mein Regal eingereiht.
Vor allem der Schreibstil erinnerte mich an vergangen Zeiten, finden sich doch viele Bezeichnungen, die heute auf diese Art weniger Verwendung finden. Dass dies genau so gewollt ist, zeigen die Fußnoten, die verschiedene Ausdrücke leicht verständlich erklären und das Leseerlebnis deshalb zu etwas Besonderem machen.
Es wurde sehr viel wert darauf gelegt, dass hier, trotz älterer Ausdrucksweise moderne Jugendliche handeln. Dies ist für mich ein gelungener Zug, da Jugendliche der heutigen Zeit auf diese Art und Weise auch einmal mit einem Sprachstil konfrontiert werden, den sie eventuell so nicht kennen. Mir hat es sehr gut gefallen. Für mich schlägt dieses Buch damit nämlich ganz klar eine Brücke zwischen den Zeiten.
Besonders angenehm sind die kurzen Kapitel, die so vor allem jüngeren Lesern die Möglichkeit bieten, erst am Kapitelende zu unterbrechen.

Der erste Fall der beiden Juniordetektive ist noch relativ seicht, stehen hier doch noch eher Umgebung und Charaktere im Vordergrund. Mit dem zweiten Fall nimmt die Spannung jedoch zu und dem Drumrum wird mehr Platz gegeben. Dabei ist zu beachten, dass dies die ersten Bände einer mehrteiligen Reihe sind. Mir jedenfalls hat es sehr viel Spaß gemacht, durch die Straßen und Wälder von St. Wolfgang zu streifen und all diese wundervollen Charaktere und Orte kennenzulernen. Ich freue mich bereits auf die nächsten Abenteuer um Max und Micha und bin gespannt, was sie noch erleben werden.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Obwohl mir der Schreibstil des Autors sonst sehr gut gefällt und mir auch Spaß macht, gibt es eine für mich sehr auffällige Kleinigkeit, die mich zwischenzeitlich im Lesefluss störte.
In Dialogen wiederholen sich sehr ausdauernd immer wieder die Namen derer, die angesprochen werden. Dies ist vor allem am Satzende der Fall und wirkt dadurch aufgesetzt. Vor allem ist dies meist gar nicht notwendig, da die Dialoge  zwischen zwei klar erkennbaren Personen stattfinden. Ich hätte mir da gewünscht, dass der Autor mehr auf „Zusätze“ zurückgreift, wie etwa „sagte Micha“, „meinte Max“ etc.
Eine weitere kleine Sache sind die im Dialog hinten angestellten Worte „Alter“ und „Junge“. Sie werden auffällig oft verwendet, was ebenfalls oft nicht ganz passend und leider auch aufgesetzt wirkte.

Gestaltung:

Cover und Illustrationen im Buch sind in Eigenleistung des Autors entstanden. Weit ab von dem, was sich uns sonst präsentiert, hat der Autor seine eigene und unverwechselbare Art der Gestaltung gefunden.
Auf dem Cover des ersten Bandes sind vier Kinder vor einer wunderschönen Stadtkulisse zu sehen. Dass es sich hier um unsere detektivischen Freunde handelt, ist sofort klar. Ich persönlich habe diese Form der Illustraion bisher noch nirgends gesehen und finde es toll, wenn man so etwas in Eigenleistung erbringen kann. Wer all die Bilder im Inneren wirklich genießen will, sollte zur Hardcoverausgabe greifen, da dort alle Bilder farbig sind. Im Taschenbuch sind diese schwarz-weiß, was natürlich den Kosten geschuldet ist.

Wertung:

Mir haben die beiden ersten Fälle um Max und Micha sehr viel Spaß gemacht und für mich eine Brücke zwischen meiner Jugend und heute geschlagen. Einzig die Dialoge waren hier und da mit zu viel „Anhang“ ausgestattet, sodass ich 4 Lila-Lesesterne und eine Leseempfehlung an die ersten beiden Fälle vergebe.


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