Montag, 31. März 2014

Rezension: "Der Torwächter" (Markus Stromiedel)






Titel: Der Torwächter
Reihe: Band 1 der Reihe "Der Torwächter"
Verlag: Dressler
Hardcoverausgabe mit 302 Seiten
ISBN: 978-3-7915-1943-2
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: keine Angaben
Preis: 14,95 Euro







Klappentext:

Simon zögerte. Noch einmal blickte er zu dem goldglänzenden Turm. Dort, wo er die Handfläche auf die Fassade gelegt hatte, war ein Fleck entstanden, er wurde größer, bis der Abdruck einer Hand zu sehen war. Die Hand glitzerte. Verblüfft sah Simon, dass sich an der Stelle funkelnde Eiskristalle gebildet hatten, und das trotz der Hitze in der Stadt. Der Wachmann folgte seinem Blick. "Geh jetzt. Es ist nicht gut, hier zu sein."

Der rätselhafte Turm, der Simon magisch anzieht, zwei leuchtende Augen, die ihn in der Dunkelheit verfolgen, die unheimlichen Bilder im Atelier unter dem Dach - seit Simon in das Haus seines Großvaters umziehen musste, häufen sich die merkwürdigen Ereignisse. Wohin ist sein Großvater so plötzlich verschwunden? Was hat es mit dem geheimnisvollen Buch auf sich, das er für Simon dagelassen hat? Zusammen mit Ira, einem Mädchen aus dem nahen Dorf, will Simon herausfinden, was hinter all dem steckt, und stößt dabei auf das geheimnisvolle Erbe der Torwächter - ein Erbe, dem er selbst nicht entgehen kann...

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Story und Charaktere:

Der 13-jährige Simon zieht mit seinen Eltern und seinem Bruder ohne besondere Begründung in das Haus seines Großvaters, der schon kurz darauf spurlos verschwindet. Schon bald merkt Simon, dass seine Eltern Geheimnisse vor ihm haben, sagen sie ihm doch weder, wohin sein Großvater wirklich verschwunden ist, noch warum er nicht in die alte Scheune darf. Außerdem belauscht er immer wieder Gespräche, in denen hinter vorgehaltener Hand über ihn gesprochen wird.
Kein Wunder also, dass Simon sich selbst auf die Suche nach all den Antworten auf seine Fragen macht. Dabei lernt er Ira kennen, ein Mädchen aus dem Dorf, das ihm bei der Beantwortung seiner Fragen zur Seite steht. Sie ist es, die das Geheimnis um die alte Scheune mit ihm lüftet, den unheimlichen Turm mit ihm aus der Nähe betrachtet, sich auf die Suche nach den leuchten Augen macht, die Simon des nachts sieht und ihn in allem unterstützt. In was genau sie dabei hineingeraten, damit rechnet keiner von beiden. Schon gar nicht Simon, der einem Familiengeheimnis der besonderen Art auf die Spur kommt.

Simon ist 13 Jahre alt und der jüngere von zwei Brüdern. Zusammen mit seinen Eltern und seinem älteren, technikbegeisterten Bruder zieht er in das alte Haus seines Großvaters und ist davon wenig begeistert. Er kennt niemanden, fühlt sich alleine und hat auch keine Lust auf die neue Situation. Vor allem aber versteht er nicht, warum er überhaupt umziehen musste.
Als sein Großvater verschwindet, merkt er sofort, dass seine Eltern nicht ehrlich zu ihm sind. Sie sagen zwar, dass dieser sich nur auf einer Geschäftsreise befindet, doch warum darf Simon dann in das Atelier – das Heiligtum seines Großvaters -  ziehen, wenn dieser doch bald wieder da ist? Auch das Geheimnis um die Scheune auf dem Hof zeigt ihm, dass da etwas im Busch ist.
Als er die Möglichkeit bekommt, ein wenig durch das Dorf zu streifen, lernt er Ira kennen, die er ab sofort zu seinen Freunden zählen kann. Ihr erzählt er auch von den merkwürdigen Verhaltensweisen seiner Eltern. Schon sehr bald hat er jede Menge Vertrauen zu ihr aufgebaut.
Seiner unbegrenzten, typischen, jugendlichen Neugier verdankt er es schließlich, hinter die Geheimnisse zu kommen, die seine Eltern vor ihm geheimzuhalten versucht haben. Mit seinem jugendlichen Leichtsinn bringt er dabei aber nicht nur sich in Schwierigkeiten oder gar in Gefahr. In vielen Situationen denkt er nicht an die Konsequenzen, die sein Wirken haben können.

Ira ist ein sehr lebenslustiger Mensch, dem man fast schon vorwerfen kann, dass er auf Ärger aus ist. Sie begibt sich gerne in brenzlige Situationen, aus denen sie aber immer wieder irgendwie entwischt. Als Simon auftaucht, findet sie ihn schon deshalb interessant, weil er fremd ist und von weit weg kommt. Nachdem sie ihn näher kennen gelernt hat, heftet sie sich sofort an seine Fersen, um all die Geheimnisse zu lüften, von denen er ihr erzählt.
Zuhause hat sie ihren Vater, von dem man allerdings nicht allzu viel erfährt, und ihre Großmutter, die ein Händchen dafür hat Mensch und Tier zu heilen. Die Großmutter ist ein wenig merkwürdig und verschroben und nennt Simon aus irgendeinem Grund ständig „Salvatore“. Dies ist eines der weiteren vielen Geheimnisse, die Simon und Ira unbedingt lüften wollen.
Angetrieben von Iras Abenteuerlust, geraten sie und Simon immer tiefer in eine Sache, die sie bis zum Ende nicht erahnen konnten. Hätten sie dies getan, wäre sicherlich so einiges anders gelaufen.

Das Buch hat mich vor allem wegen seinem Klappentext und seinem Cover angesprochen. Inhaltlich hält das Buch zwar einiges bereit, kommt aber nicht an die Erwartungshaltung heran, die ich an das Buch gestellt habe.

Was mir besonders gefallen hat: 

Entsprechend der Altersgruppe, für die dieses Buch gedacht ist, ist der Schreib- und Sprachstil sehr einfach gehalten. Auf schwierige Ausdrücke und knifflige Satzkonstrukte wurde verzichtet, sodass sich der Text mit seinem flüssigen und lockeren Schreibstil leicht lesen lässt. Auch die Kapitel sind wunderbar kurz gehalten, sodass auch jüngere Leser ihren Lesefluss immer passend unterbrechen können.
Da die beiden Hauptcharaktere männlich und weiblich sind, kommen hier beide Geschlechter auf ihre Kosten, wenn sie auf der Suche nach einem seichten Abenteuer sind. Mit Sicherheit werden sich beide Seiten in Simon und Ira hier und da selbst wiedererkennen, da hier eine passende, jugendliche Mischung der Eigenschaften der beiden gewählt wurde.

Was mir nicht so gut gefallen hat: 

Leider mangelt es dem Buch meiner Meinung nach an Spannung und Geschehen. Während der Klappentext ein Abenteuer verspricht, das vom Cover unterstützt wird, findet sich hier eine sehr seichte Geschichte, die sich leider unheimlich zieht. Zwar müssen Ira und Simon all die kleinen und großen Geheimnisse lösen, die sich im Laufe des Buches ansammeln, doch hat die eigentliche Geschichte beispielsweise sehr wenig mit dem Cover zu tun.
Das Bild des Covers spielt nur in einer Zeichnung von Simons Großvater eine Rolle, die sicherlich für weitere Bände wichtig wird, hier aber völlig fehl am Platz ist. Durch das Cover habe ich nämlich eine spannende Geschichte erwartet, die mir hier leider fehlt.
Es gibt natürlich ein, zwei Höhepunkte in der Geschichte, in der Spannung aufgebaut wird, doch insgesamt bleibt alles sehr oberflächlich und seicht. Hinzu kommt, das vieles vorhersehbar ist und somit wenig Raum bleibt, den Leser zu überraschen.

Gestaltung:

Das Cover war der Grund, warum ich überhaupt auf das Buch aufmerksam geworden bin. Eine in Trümmern liegende Stadt, eine Großkatze und ein Junge mit einer Fackel – das sieht fast ein wenig nach Endzeitstimmung aus. Hier fragt man sich sofort: Was ist da passiert? Ein wirklich tolles Cover, das allerdings leider mehr verspricht, als es letztlich halten kann. Das fand ich im Nachhinein sehr schade, denn die Geschichte zu dem Bild wäre sicherlich unheimlich spannend gewesen.

Wertung:

Schreib- und Sprachstil orientieren sich an der Zielgruppe und wurden sehr passend gewählt. Inhaltlich jedoch konnte mich das Buch aufgrund seiner fehlenden Spannung wenig überzeugen. Dies ist definitiv ein Buch, das vor allem Fans seichter Abenteuer ansprechen sollte. Meine persönliche Altersempfehlung läge zwischen 10 und 11 Jahren. Auch das Cover, obwohl sehr gelungen, passte für mich leider nicht zu seinem Inhalt, sodass ich auch hier Abzüge machen muss und dem ersten Band der Torwächter-Reihe 3 Lila-Lesesterne gebe.


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