Samstag, 8. März 2014

Rezension: "Night School - Du darfst keinem trauen" (C.J. Daugherty)






Titel: Night School - Du darfst keinem trauen
Reihe: Band 1 der Reihe "Night School"
Verlag: Oetinger
Hardcoverausgabe mit 461 Seiten
ISBN 978-3-7891-3326-8
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 14-16 Jahre
Preis: 17,95 Euro






Klappentext:

Ein MYSTERIÖSES Internat
RÄTSELHAFTE Vorfälle
UNDURCHSCHAUBARE Gestalten
... und ein MORD

WILLKOMMEN AUF CIMMERIA!

Als Allie nach CIMMERIA kommt, stellt sie schnell fest, dass das Internat ein dunkles Geheimnis birgt. Es passieren merkwürdige Dinge, und Allie ist sich sicher, dass man etwas vor ihr zu verbergen sucht., Nur wem kann sie trauen? Dem attraktiven Mädchenschwarm Sylvain, der sich plötzlich nur noch für sie zu interessieren scheint, oder dem undurchschaubaren Carter, der sich angeblich so um ihr Wohlergehen sorgt? Was geht auf CIMMERIA wirklich vor sich? Und was hat es mit der geheimnisvollen NIGHT SCHOOL auf sich? Als dann auch noch ein Mord geschieht und Allie unter die Verdächtigen geriet, wird ihr klar: Du darfst keinem trauen.

Der fesselnde Auftakt zur NIGHT SCHOOL-Serie: Suspense vom Feinsten!

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Story und Charaktere:

Nachdem Allies Bruder Christopher plötzlich verschwunden ist, fallen sie und ihre Eltern in ein tiefes Loch. Allie entwickelt sich zu einem rebellischen Teenager und hat immer wieder mit der Polizei zu tun.
Nachdem sie wieder einmal von diesen aufgegriffen wurde, beschließen ihre Eltern, sie auf ein Internat zu schicken – nach Cimmeria. Obwohl Allie absolut dagegen ist, findet sie sich schon bald dort wieder.
Auf Cimmeria ist alles anders, als sie es bisher gewohnt war – es gibt keine technischen, modernen Geräte, der Alltag wird vom Lernen beherrscht und dann ist da noch die Sache mit der Night School.
Schnell merkt sie, dass das Internat viele Geheimnisse birgt, denen sie auf den Grund gehen will. Abgelenkt wird sie dabei von Carter und Sylvain, die beide ihre ganz eigenen Eigenarten haben. Als dann ein Mord an jemandem geschieht, mit dem Allie sich gerade erst angefreundet hat, steht ihre Welt noch mehr Kopf. Plötzlich halten sie alle für eine Mörderin.

Allie hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem zwei Jahre älteren Bruder Christopher, der sich ständig um sie kümmerte und immer für sie da war. Als er plötzlich verschwand, zerstörte das die ganze Familie. Allies Eltern war ihre Tochter plötzlich egal und Allie fühlte sich leer und im Stich gelassen. Seitdem sind Panikattacken, denen sie mit dem Zählen von Schritten, Herzschlägen etc. entgegenzuwirken versucht, an der Tagesordnung. Schnell geriet sie an die falschen Leute und auf die falsche Bahn. Cimmeria soll all das ändern. Sauer über die Entscheidung, kann Allie diese Abschiebung zunächst nicht akzeptieren, doch schon bald merkt sie, dass das Internat tolle Freunde und Möglichkeiten für sie bereithält. Sie bringt sich zwar auch dort immer wieder in Schwierigkeiten, die aber typisch für Internatsschüler sind – zum Beispiel wiedersetzt sie sich der Nachtruhe, um sich mit einem Jungen zu treffen.
So verändert sich Allie mit der Zeit und wird langsam glücklich. Hätte es ihr altes Ich noch total bescheuert gefunden über Bälle, Frisuren und Kleider nachzudenken, hat ihr neues Ich sehr viel Spaß daran. Sie denkt immer weniger über ihre alten Freunde nach und fühlt sich auf Cimmeria immer wohler.
Dann jedoch geschehen Dinge, die Allies Glück trüben. Ein Mädchen wird umgebracht, ein Junge kommt ihr viel zu nahe und ihre Freundin scheint völlig durchzudrehen. Außerdem verhalten sich die Schüler der Night School immer seltsamer.

Jo ist eine Schülerin im Internat, mit der Allie sich schon bald anfreundet. Sie ist mit Greg zusammen, der zur mysteriösen Night School gehört und der Jo mit seiner Beschützermasche an sich kettet. Jo selbst ist ein offener und manchmal verrückter Mensch, der es in seiner Familie nicht leicht hat. Deshalb sieht sie Cimmeria als ihr Zuhause an und spricht möglichst wenig über ihre Eltern. In Allie findet sie eine neue Freundin, mit der sie sich super versteht.

Carter und Sylvain sind die beiden jungen Männer, mit denen Allie alle Hände voll zu tun hat.
Carter ist ein sehr verschlossener, gegenüber Allie ständig schlecht gelaunter Typ, der dauernd ominöse Warnungen ausspricht und den Ruf eines Weiberhelden hat, der seine Freundinnen abserviert, sobald er bekommen hat, was er wollte. Auch er verstößt gerne mal gegen die Schulregeln und findet sich deshalb mit Allie im Arrest wieder.
Sylvain ist das Gegenteil von Carter. Er ist Franzose, sehr charmant und schafft es mit Leichtigkeit, die Frauen um seinen Finger zu wickeln. Dass er Allie mehr als attraktiv findet und sie zu erobern versucht, sorgt dafür, dass Allie Missgunst von Seiten einiger Schülerinnen entgegenschlägt. Sylvain hat nur noch Augen für Allie, die sich ihm nur schwer entziehen kann.

Wie diese Charaktere sind auch alle anderen sehr gelungen und glaubwürdig umgesetzt worden, sodass es nicht schwer fällt, sich ein Bild von jedem Einzelnen vor das innere Auge zu rufen.
Mir hat vor allem die Konstellation der Charaktere gefallen, die dafür sorgt, dass es nie langweilig wird.

Was mir besonders gefallen hat:

Es ist sehr interessant, wie die Autorin hier mit dem Leser spielt. Obwohl das Buch so viele Seiten hat, hat sich am Ende doch gar nichts erklärt – jedenfalls nicht wörtlich. Nimmt man jedoch alle Hinweise zusammen, ergibt sich ein ungefähres Bild, das im zweiten Band hoffentlich bestätigt wird. Nicht nur Allie muss herausfinden wem sie trauen kann, auch als Leser stellt man sich immer wieder die Frage, ob alles so ist, wie es den Anschein macht. Hinzu kommen all die Geheimnisse um die Night School, von der jeder weiß, über die aber nicht gesprochen werden darf und die nur ausgewählte Schüler besuchen dürfen. Für Spannung, die sich vor allem zwischen den Zeilen und dem Ungesagten aufbaut, ist also gesorgt.

An Allies Charakter gefiel mir besonders, dass sie keine geradlinige Veränderung durchmacht, sondern dass sie zwischenzeitlich auch in alte Muster zurückfällt. Das macht sie zu einer greifbaren Figur mit Höhen und Tiefen, Ecken und Kanten. Hätte sie sich einfach vom rebellischen Teenager zum Vorzeigemädchen entwickelt. Hätte sie mir weit weniger gut gefallen.

Neben der Geschichte und den Charakteren hat mir auch der lockere und flüssige Schreibstil sehr gut gefallen. Dadurch ließ sich das Buch sehr schnell lesen, sodass die Seiten nur so dahinflogen. Unterstützt wurde das Ganze durch den tollen Sprachstil und die bildhafte Schreibweise, die mir vor allem Cimmeria sehr nahe gebracht hat. Während Allie die Räumlichkeiten erkundet, baut sich vor dem inneren Auge ein eigenes Cimmeria auf, in dem Allie nun Zuhause ist. Nach zwei Abenden war Band 1 gelesen.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Einen Kritikpunkt an das Buch habe ich jedoch. So gut Geschichte und Charaktere mir auch gefallen haben, gab es doch einen Punkt, an dem das Ganze nicht mehr ganz glaubwürdig für mich war. Allies Reaktion und die der Direktorin bzw. der Schule auf den Mord, waren für mich absolut nicht nachvollziehbar. Ich glaube kaum, dass sich jemand in der Situation so verhalten hätte, wie es hier der Fall ist. Das hat der ganzen Sache einen Knacks verpasst, der mich aber nicht davon abhält Band 2 zu lesen.

Gestaltung:

Ein schwarzes Cover mit blauem Muster, das ein Mädchengesicht erkennen lässt wurde als Cover für dieses Buch gewählt. Ich selbst finde es nach dem Lesen nicht wirklich passend, da es wenig aussagekräftig ist. Einzig die Farbgebung finde ich gut gewählt, lässt sie den Inhalt doch von außen schon geheimnisvoll wirken. Nichtsdestotrotz ist das Cover schuld daran, dass ich das Buch in die Hand genommen habe, denn schön anzusehen ist es auf jeden Fall.

Wertung:

Mir hat der erste Band vor allem deshalb gefallen, weil hier einmal nicht alles direkt ausgesprochen wird, worum es hinter vorgehaltener Hand geht. Der Leser wird zum Mitdenken angeregt und kann selbst tausend Vermutungen anstellen. Das macht die Sache sehr spannend und Band 2 wird nicht lange auf sich warten lassen. Abzüglich meiner Kritki bezüglich des Verhaltens nach dem Mord, vergebe ich deshalb 4 Lila-Lesesterne und eine Leseempfehlung.




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