Montag, 2. Juni 2014

Rezension: "Die Zwick-Zwillinge lösen ein verzwicktes Problem" (Ellis Weiner)





Titel: Die Zwick-Zwillinge lösen ein verzwicktes Problem
Reihe: nein
Verlag: Hanser
Hardcoverausgabe mit 229 Seiten
ISBN 978-3-446-24516-7
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Preis: 12,90 Euro







Klappentext:

Dies ist die turbulente, abenteuerliche, ungeheuerliche Geschichte der Zwick-Zwillinge.


Mit viel Witz und Einfallsreichtum gelingt es Adele und Arno, eine Entführung zu vereiteln und ihrem Vater aus der Klemme zu helfen. Wie gut, dass sie zu zweit sind, - oder zu dritt, wenn man ihren verrückten Hund Cassie mit einrechnet...

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Story und Charaktere:

Kurz nach dem Tod ihrer Mutter, ziehen die Zwick-Zwillinge Arno und Adele mit ihrem Vater Professor Zwick in eine andere Stadt. Dort arbeitet dieser weiter an seinen Erfindungen, die er einem breiteren Publikum präsentiert. Als er seinen Huckepack-Einmann-Hubschrauber vorstellt, wird er von einem Mann namens Otto T. Otto beschuldigt, dessen Idee geklaut zu haben. Professor Zwick weist diese Anschuldigung vehement zurück. Daraufhin werden die Zwillinge entführt, um ihren Vater erpressbar zu machen. Die beiden Zwillinge behalten jedoch einen kühlen Kopf und bringen ihre Entführer in arge Schwierigkeiten.

Adeles Hobby ist das Lösen von ungewöhnlichen Kreuzworträtseln, über denen sie gerne auch mal den ganzen Nachmittag brütet. Während sie dieser stillen Beschäftigung nachgeht, haut ihr Bruder gerne auf sein Schlagzeug und gleicht damit die Ruhe aus. Mit einem Erfinder als Vater, kennen sich beide gut mit den verschiedenen Mechanismen und Konstruktionen aus, sodass sie in der Lage sind, eigene einfache Konstruktionsmechanismen zu bauen. Beide sind ziemlich gut im vorausschauenden Denken und tragen dadurch maßgeblich zur Lösung des Problems bei.
Der Vater der beiden wirkt eher introvertiert, oft verwirrt und meist geistesabwesend. Insgesamt bleiben die Charaktere sehr oberflächlich und wirken austauschbar.

Was mir besonders gefallen hat:

Als ich dieses Buch zum ersten Mal in der Hand hielt, stach mir vor allem die Aufmachung im Inneren des Buches ins Auge. Diese ist wirklich wunderbar gestaltet und macht sofort Lust darauf, dieses Buch zu lesen.
Der Schreibstil der eigentlichen Geschichte erinnerte mich hier und da ein wenig an Lemony Snicket, was mir ganz gut gefallen hat.
Neben den Zeichnungen gefielen mir auch die Ideen, die Professor Zwick und seine Zwillinge im Laufe des Buches haben, um sie in tolle Erfindungen umzusetzen.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Dieses Buch sollte sich durch Sprachwitz und viel Humor auszeichnen, den ich leider in keiner Zeile gefunden habe. Durch den Erzähler, der den Text durchweg begleitet und kommentiert, wird die Hälfte des Buches mit unnötigem Gerede angefüllt. Leider stellt der Erzähler den Leser quasi im Minutentakt für zu doof hin, etwas vom Text zu verstehen und weist auch immer wieder darauf hin, dass er eigentlich keinen Bock hat, dieses Buch zu schreiben. Eine sehr ermüdende und nervtötende Art eine Geschichte zu erzählen, die fast dafür gesorgt hätte, dass ich das Buch ab Seite 59 nicht weitergelesen hätte.
Da das Buch für 10-12jährige geschrieben wurde, die einige Begriffe wahrscheinlich tatsächlich nicht kennen und mit Sarkasmus und Ironie eventuell noch nicht so viel anfangen können, eignet sich diese Form ein Buch zu schreiben meiner Meinung nach absolut nicht.
Wenn ich andere Rezensionen lese, muss ich mich daher fragen, ob wir eventuell unterschiedliche Bücher gelesen haben.Tatsache ist, dass dieses Buch ohne Erzähler nur halb so lang und wesentlich angenehmer zu lesen gewesen wäre.
Der Text, der zur eigentlichen Geschichte gehört, ist sehr flach geschrieben und auch die Spannung hält sich sehr in Grenzen. Die Geschichte liest sich eher wie eine Nacherzählung, die Charaktere bleiben oberflächlich.
Die Idee, die Kapitel mit Fragen an den Leser zu beenden, die natürlich nicht ernst gemeint sind, fand ich ganz nett, hier aber durch die Art und Weise des nervten Erzählers sehr misslungen.
Insgesamt konnte mich das Buch überhaupt nicht überzeugen.

Gestaltung:

Das Buch konnte von Anfang an durch seine Gestaltung bei mir punkten. Äußerlich wie innerlich ist alles in der Farbe Cyan gehalten. Auf dem Cover sind zwei Bilderrahmen zu sehen, in denen Adele und Arno zu sehen sind, was schon aus den Bildunterschrifrten hervorgeht. Adele hält ein Kreidestück in der Hand, während Arno an der Schnur einer Glühbirne zieht.
Abbildungen der beiden Zwillinge, sowie ihres Vaters und auch der anderen Hauptprotagonisten, gibt es sehr viele im Buch. Da diese wunderschön stilistisch sind und dazu anregen, sich beim Lesen schon auf das nächste Bild zu freuen ein großes Lob an den Illustrator Jeremy Holmes.



Wertung:

Leider konnte ich diesem Buch überhaupt nichts abgewinnen. Die Grundstory war ganz nett, der Erzähler jedoch störte den Lesefluss extrem und ging mir mit seiner Art gewaltig auf die Nerven. Einzig die Gestaltung des Buches muss lobend erwähnt werden. Da ich diese wirklich toll fand und auch einige Ideen der Geschichte ganz witzig waren, vergebe ich 1,5 Lila-Lesesterne.

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