Montag, 2. Juni 2014

Rezension: "Helden des Olymp - Der Sohn des Neptun" (Rick Riordan)





Titel: Helden des Olymp - Der Sohn des Neptun
Reihe: Band 2 der Reihe "Helden des Olymp"
Verlag: Carlsen
Hardcoverausgabe mit 544 Seiten
ISBN 978-3551556028
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 12-18 Jahre
Preis: 17,90 Euro







Klappentext:

Die beiden römischen Halbgötter Hazel und Frank müssen ein wahnsinnig gefährliches Abenteuer bestehen: Sie müssen in die Eiswüsten von Alaska reisen und Thanatos, den Totengott, aus seiner Gefangenschaft befreien. Nur dann kann die Grenze zwischen Tod und Leben wieder stabilisiert werden. Und es wird sie noch ein dritter Halbgott begleiten, der ganz neu im römischen Camp ist und sein Gedächtnis verloren hat. Angeblich ist er der Sohn des Neptun - den er aber Poseidon nennt -, und er heißt Percy Jackson ...

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Story und Charaktere:

Percy Jackson hat keine Ahnung, warum er ständig von Gorgonen angegriffen wird, die einfach nicht sterben wollen, wo er eigentlich herkommt und wohin er gehen soll. Durch eine glückliche Fügung erreicht er das Camp-Jupiter, wo er als römischer Halbgott, als Sohn des Neptun, aufgenommen wird.
Zusammen mit Hazel und Frank wird er schon bald losgeschickt, um einen Auftrag zu erfüllen. Sie sollen den Tod befreien und das Camp, sowie die gesamte Menschheit, vor dem Untergang retten. Ihr Reiseziel ist Alaska – das Land jenseits der Götter.

Percy geht es ähnlich wie Jason, den wir aus dem ersten Band kennen. Eines Tages wacht er irgendwo auf und hat jede Menge Gedächtnislücken. So schwer wie Jason, hat Percy es allerdings nicht getroffen, denn hin und wieder kann er sich an Dinge aus seinem bisherigen Leben erinnern – an Annabeth zum Beispiel.
Die Aufnahme im Camp-Juper findet er sehr verwirrend und er kann sich irgendwie auch nicht wirklich mit dem Camp anfreunden. Gott sei Dank stehen ihm Hazel und Frank zur Seite, die es im Camp ebenfalls nicht leicht haben. Hazel ist als Tochter des Pluto eine Außenseiterin, während Frank sich auf Grund eines wohlgehüteten Geheimnisses von den anderen distanziert.
Im Verlauf des Abenteuers tritt Percy in altbekannter Wiese auf, wie wir ihn schon aus der Percy-Jackson-Reihe kennen. Er ist selbstbewusst, mutig und seinen Freunden gegenüber sehr loyal. Außerdem ist er körperlich in Topform und ein begnadeter Schwertkämpfer.
Hazel ist eine Persönlichkeit, die immer wieder Kämpfe mit sich selbst und ihrer Herkunft ausfechten muss. Es fällt ihr nicht leicht, sich voll und ganz auf Percy und Frank einzulassen, trägt doch auch sie das Wissen um eine Sache in sich, die sie nicht mit ihrem Freunden teilen will. Bis sie es ihnen dann doch offenbart, verhält sie sich deshalb oft reserviert. Im Kampf jedoch ist sie mindestens so mutig wie Percy und gibt nicht auf, egal wie hart es wird. Oft macht sie unbewusst einfach das Richtige und ist somit eine große Unterstützung.
Frank ist der Charakter mit der tiefgründigsten und größten Hintergrundgeschichte. Je mehr man darüber erfährt, desto besser kann man Frank und seine Eigenheiten verstehen. Auch bei ihm dauert es eine ganze Weile, bis er seinen Freunden von den Dingen erzählt, die ihn belasten. Schnell merkt er jedoch, dass Hazel und Percy alles, was er ihnen anvertraut, einfach annehmen, ihn aber nicht bedrängen oder sich von ihm abwenden. Frank ist im Kampf ein großer Gewinn. Er fühlt sich am sichersten mit Pfeil und Bogen und stürzt sich mit seinen beiden Freunden gerne in den Kampf. Gegenüber den anderen verhält er sich, trotz aller Angst, sehr selbstlos und wie ein Anführer, der er auch sein soll.

Die drei Hauptcharaktere erhalten viel Platz für ihre Geschichten, wie wir es auch aus dem ersten Band um Jason, Leo und Piper bereits kennen. So erhält der Leser ein sehr gutes Bild der einzelnen Charaktere, was mir wirklich gut gefällt.
Neben den Hauptcharakteren finden sich jede Menge Nebencharaktere, die durch ihre individuellen Eigenschaften und oft auch ihre eigene Art klar umrissen werden.

Was mir besonders gefallen hat:

Am ersten Band habe ich kritisiert, dass Rick Riordan zu viele Götternamen und zu wenig zugehörige Informationen innerhalb des Textes verwendet hat. Dieser Punkt wird im zweiten Band nicht wiederholt. Hier ist das Verhältnis zwischen Namen und zugehöriger Erklärung sehr viel ausgewogener, da weitaus weniger Götter auftreten und benannt werden. So konnte man das Buch sehr entspannt lesen, ohne ständig das Glossar zur Hilfe nehmen zu müssen, das als Anhang dennoch sehr interessant ist.
Der Schreibstil ist gewohnt locker und einfach. Gleiches gilt für die Sprache.
Besonders gefällt mir, dass wir uns nun nicht mehr nur auf der griechischen Seite der Götter befinden, sondern auch auf der römischen. Die Unterschiede zwischen der griechischen und römischen Erscheinung eines Gottes werden schön dargestellt, sodass es Spaß macht, sich mit diesem Thema weiter auseinanderzusetzen.

Was ich beim letzten Mal nicht erwähnt habe, aber nun kurz ansprechen möchte, ist die Qualität des Buches. Der Umschlag ist nicht nur schön fest, sodass kaum die Möglichkeit besteht es rund zu lesen, sondern hat auch eine angenehm weiche Oberfläche, die sich fast ein wenig samtig anfühlt.
Auch gefällt mir die Schriftgröße, der gewählte Abstand zum Rand, sowie die Abstände zwischen den Zeilen. Hier wurden die Seiten effektiv genutzt. Das Buch ist als wirklich so lang, wie es dick ist.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Im Gegensatz zum ersten Band fehlte mir in diesem Buch der durchgezogene Spannungsbogen. Die Geschichte wirkt eher episodenhaft, das Geschehen verlegt sich von hier nach dort. So wirkte die ein oder andere Szene eher, als wenn das Buch verlängert hatte werden müssen, da es in diesen Szenen kein Vorankommen der Geschichte gibt. Dadurch fehlt es an Spannung, die man sonst von Rick Riordan gewohnt ist.

Gestaltung:

Ein menschlich aussehendes Wesen mit großen, schwarzen Flügeln, das in einen seltsamen Mantel mit Kapuze gehüllt ist, steht auf einem felsigen Absatz einer Höhle. Die Hände sind gefesselt, die Augen leuchten weiß. Ein sehr passendes Cover für den zweiten Band.

Wertung:

Obwohl mir die Charaktergestaltung hier wirklich sehr gut gefallen hat und ich es sehr gut finde, dass hier nicht auf Gottheits-Erklärungen verzichtet wurde, sehe ich aufgrund des flachen Spannungsbogens leider keine Steigerung zum ersten Band. Deshalb vergebe ich an Band 2 ebenfalls 3,5 Lila-Lesesterne.

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