Sonntag, 17. August 2014

E-Book-Rezension: "Die Legende der Weltentaucher - Der Aufbruch" (Hilke-Gesa Bußmann)





Titel: Die Legende der Weltentaucher - Der Aufbruch
Reihe: Band 1 der Reihe "Die Legende der Weltentaucher"
Dateigröße: 286 KB
Seitenzahl Print: 114 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: keine Angaben
Preis:  0,99 Euro (aktueller Preis zum Zeitpunkt der Rezension)
Preis Print: 8,99 Euro






Klappentext:

Die Schriftrollen waren längst vergessen, der Trank galt über Jahrtausende als nicht braubar ... Und doch setzt er sich genau dieses Ziel! Acadius ist Lehrling an der örtlichen Universität. Die Alchemie ist für ihn viel mehr als nur ein Studienfach – sie ist seine Berufung. Eines Tages gelangen ein paar alte Schriftrollen in seinen Besitz und was er dort liest, übersteigt seine Vorstellungskraft: Ist es vielleicht doch möglich, in die alte Welt zurückzukehren? Verzweifelt begibt er sich auf die Suche nach den Zutaten, um das Geheimnis zu lüften. Doch er kann nicht allen an der Universität trauen und so steht nichts Geringeres als sein Leben auf dem Spiel ...

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Story und Charaktere:

Acadius ist Student der Alchemie und sehr begabt darin, Tränke zusammenzubrauen. So stellt der Unterricht keine große Herausforderung mehr dar, sodass er sich seit einiger Zeit mit dem höchsten Trank der Tränke beschäftigt – dem Trank, der ihm das Tor in die alte Welt öffnen soll. Leider gibt es aber nur noch sehr wenige der seltenen Pflanzen, die er für diesen Trank braucht. Eine ganz besonders wichtige Zutat, wird sogar an der Uni unter Verschluss gehalten. Da Acadius den Trank aber unbedingt brauen will, fasst er den Plan, die Pflanze zu stehlen. Natürlich bleibt diese Tat nicht unentdeckt.

Acadius ist der begabteste Student der Alchemie an der Universität und sieht sich deshalb der Herausforderung gewachsen, einen Trank zu brauen, der schon seit Jahrhunderten niemandem mehr gelungen ist. Als Einzelgänger sorgt er, außer bei seinen Professoren, für wenig Aufmerksamkeit und kann deshalb in Ruhe die alten Schriftrollen studieren, die er derzeit in seiner Tasche mit sich herumträgt. Natürlich soll davon niemand erfahren, weshalb Acadius die meiste Zeit über sehr nervös ist. Auch nicht erfahren soll jemand, dass er in einem kleinen abgelegenen Waldstück auf einer Lichtung Pflanzen aufzieht, die er gerne für seine Experimente verwenden möchte und die letztlich mit zum Schlüssel für den Trank zur Öffnung der Pforte in die alte Welt werden sollen. Mir persönlich war sein Charakter sehr unsympathisch. Durch sein Wissen hebt er sich über die restlichen ihn umgebenden Menschen, was ihn zu einem echten Egoisten macht. Schuld daran, ist wohl der fanatische Gedanke, den Trank brauen zu können, den so lange niemand mehr brauen konnte. Für Acadius ist dieser Trank nicht nur eine Leidenschaft oder ein hoch gestecktes Ziel in weiter Ferne – er kann schlichtweg an nichts anderes mehr denken. So hat er auch keine Skrupel seine Professoren zu hintergehen und sich zu beschaffen, was sein Herz begehrt. Abhalten kann ihn davon niemand, denn es ist schlichtweg niemand da, der sich sonst noch mit Acadius befasst.

Acadius Kommilitone Priam, der ganz am Anfang vom Buch eine kurze Rolle spielt, ist hingegen ein Charakter, den ich gerne länger dabei gehabt hätte. Er ist quasi das Gegenteil von Acadius – ihm sind andere Menschen nicht egal und er ist vor allem sehr klar im Kopf und deshalb sehr vernünftig. Ihn fand ich sofort sympathisch, doch leider gibt es nur einen kurzen Augenblick, den wir Leser mit Priam verbringen dürfen. Acadius selbst, weiß dessen Hilfsbereitschaft und dessen nette Art nicht zu schätzen. Ganz im Gegenteil: Er möchte Priam immer so schnell wie möglich loswerden.

Die Gegenspieler von Acadius, sind seine beiden Professoren, die nicht unterschiedlicher sein können. Während der Eine in Acadius das Potential sieht, derjenige zu sein, der den Trank brauen kann, an dem er selbst gescheitert ist, empfindet der andere nichts anderes als Hass gegenüber seinem Schüler. Beide Professoren haben in jungen Jahren selbst versucht das Tor zur alten Welt zu öffnen und sind kläglich gescheitert. So spielt hier auch Neid mit hinein, der den Hass schürt, dem Acadius sich ausgesetzt sieht.

Was mir besonders gefallen hat: 

Der Schreibstil des Buches war sehr flüssig und deshalb gut zu lesen. Nach einem Abend konnte ich das Buch gelesen zur Seite legen. Sprachlich gelungen sind vor allem die Dialoge, von denen es allerdings im Gesamten betrachtet, nicht allzu viele gibt. Wer auf der Suche nach einem Abenteuerauftakt ohne großen Anspruch ist und kein allzu dickes Buch lesen möchte, ist hier sicher gut aufgehoben.

Was mir nicht so gut gefallen hat: 

Leider hat mich das Buch sehr unzufrieden zurückgelassen. Ich muss gestehen, dass ich sehr froh bin, das E-Book geladen zu haben und nicht für 8.99 Euro das Printexemplar gekauft zu haben. Dies ist eines der Bücher, bei denen man am Ende das Gefühl hat, dass nichts passiert ist. Wir erleben eine kurze Episode im Leben des jungen Acadius, die sehr komprimiert und dann mit Beschreibungen gestreckt wurde. Alles verläuft sehr geradlinig, doch anstatt sich auf den Spannungsbogen zu konzentrieren und ein echtes Abenteuer lebendig werden zu lassen, wird sich vor allem darauf beschränkt, ausschweifende Beschreibungen abzuliefern, die dafür sorgen, dass man als Leser nicht einmal mehr die Möglichkeit hat, die Welt im Kopf selbst entstehen zu lassen. Der Detailreichtum, verbunden mit der adjektivlastigen Sprache, machte das Buch an vielen Stellen anstrengend, da einfach nichts passierte, sondern nur beschrieben wurde. Das fand ich sehr schade, denn die Thematik und die Ideen des Buches, fand ich sehr interessant.

Sehr gestört hat mich dann das abrupte Ende. Wie schon gesagt, hat man das Gefühl, als wäre überhaupt noch nichts passiert, als hätte das Abenteuer noch gar nicht angefangen, als wären wir noch in Vorbereitungen und dann, schwupps, sind wir auch schon ganz woanders und das Buch ist zuende. So bleibt dieser Auftakt sehr flach und versucht sich mit dem Cliffhanger am Ende über Wasser zu halten. Eine Sache, die ich gerade bei so wenigen Seiten wenig schätze. Hier fühle ich mich ein wenig auf den Arm genommen, das nächste Geld für eine weitere kurze Episode ausgeben zu müssen. Mit Sicherheit hätte es hier auch ein einziges Buch getan, das am Ende vielleicht auch ein toller Roman ist. Das allerdings werde ich nicht herausfinden, zu ermüdend sind mir die detaillierten Beschreibungen, zu offensichtlich der „Kauft-auch-den-zweiten-Teil“-Cliffhanger.

Neben den Beschreibungen war mir, wie bereits erwähnt, der Hauptcharakter viel zu unsympathisch, um weiter mit ihm voranzuschreiten. Ich konnte weder mit ihm mitfühlen, noch mich mit ihm identifizieren, noch irgendwie mitfiebern. Schade, denn ich hatte mir nach all den guten Rezensionen weitaus mehr erhofft.

Gestaltung:

Nicht das Cover, sondern die Rezensionen haben mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Das Cover selbst, sieht aus wie eines für ein Computerspiel. Es ist sehr dunkel, rechts sind allerlei gläserne Behältnisse zu sehen und links Bücher. Der Fokus liegt auf dem jungen Mann mit Kapuze, der ein rot leuchtendes Relikt in den Händen hält. Sein Gesichtsausdruck ist wächsern, man kann nichts aus ihm schließen. Als Visitenkarte für das Buch, funktioniert dieses Cover für mich nicht.

Wertung:

 Leider konnten mich die Weltentaucher weder durch die Geschichte, noch die Charaktere oder den Stil des Buches begeistern. Einzig dem wirklich guten Schreibstil ist es zu verdanken, dass ich das Buch zuende gelesen habe. Die Idee hinter der Geschichte, hat mir wirklich gefallen, findet aber zu wenig Platz in diesem Buch. Für die fantasievollen Ideen und den Schreibstil, kann ich deshalb nur 2 Lila-Lesesterne vergeben.


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