Dienstag, 21. Oktober 2014

Rezension: "Die Glücksbäckerei - Die magische Verschwörung" (Kathryn Littlewood)







Titel: Die Glücksbäckerei - Die Magische Verschwörung"
Reihe: Band 3 der Reihe "Die Glücksbäckerei"
Verlag: KJB
Hardcoverausgabe mit 382 Seiten
ISBN: 978-3-596-85486-8
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Preis:  14,99 Euro





Klappentext:

Kuchen kann die Welt verändern...

Hätte Rose nur nicht unbedacht den Wunsch geäußert, nie wieder backen zu müssen! Als die Glücksbäckerei nun schließen muss, fühlt Rose sich schuldig. Und es kommt noch schlimmer: Rose wird von dem mysteriösen Mr Butter entführt, dem Inhaber eines Bäckereikonzerns. Er will die Bevölkerung mit Zaubergebäck manipulieren und so die Weltherrschaft übernehmen. Und ausgerechnet die junge Glücksbäckerin muss ihm dabei helfen! Doch mit ein paar Zauberzutaten wie der feurigsten Liebesgeschichte aller Zeiten oder einem Glas Mutterliebe zaubert Rose Leckerbissen, die es in sich haben - und rettet die Welt mit Kuchen!

Köstlich und magisch - der 3. Band der >Glücksbäckerei<!

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Story und Charaktere: 

Gerade noch hat Rose sich gewünscht, nicht mehr backen zu müssen, als sich dieser Wunsch auch schon erfüllt. Ein seltsames neues Gesetz zwingt alle Familienbäckereien und solche, die unter 1000 Angestellte haben, dazu, ihre Bäckereien zu schließen. Davon sind natürlich auch Rose und ihre Familie in der Glücksbäckerei betroffen. Als die Familie dennoch einen Weg findet, weiterhin ihre Leckereien unter die Leute zu bringen, passiert, womit niemand gerechnet hat. Rose wird vom großen Mr Butter entführt. Dieser zwingt sie dazu, einige seiner Rezepte so zu perfektionieren, dass er mit den Kuchen die Menschen von sich abhängig machen kann. Dafür stellt er Rose ein eigenes Backteam zur Seite. Von diesem erfährt sie, wer hier vorher gebacken hat und wer nach der Backmeisterschaft nicht zurückgekehrt ist, um die Kuchen zu vollenden. Natürlich hatte Lily mal wieder ihre Finger im Spiel. Erst als Rose's Familie ebenfalls in die Hände von Mr Butter und seinem Partner gerät und diese als Druckmittel gegen Rose verwendet werden, fügt sie sich in ihr Schicksal. Ob es Rose dennoch gelingt die Pläne des Kuchenkonzerns zu durchkreuzen?

Rosmarin Glyck scheint in diesem Buch eine neue Rolle zu spielen. Nach der gewonnen Backmeisterschaft sitzen ihr die Reporter im Nacken und die Lust aufs Backen hat sich verflüchtigt. Eigentlich will sie nur noch ihre Ruhe. Als jedoch das neue Gesetz die Schließung der Glücksbäckerei anordnet, wünscht sie sich nichts sehnlicher, als sich nichts gewünscht zu haben. Rose wirkt tatsächlich ziemlich ausgepowert und ziemlich lustlos, doch mit der neuen Idee der Familie freundet sie sich schnell an und fängt an, wieder Kuchen zu verteilen – dieses Mal, damit es nicht kommerziell ist, völlig kostenlos.
Auf einem ihrer Lieferwege gerät sie allerdings zusammen mit ihrem sprechenden schottischen Faltohrkater Gus in die Fänge von Mr Butters Konzern, der die Welt mit Kuchen erobern will. Ganz entgegen ihres Charakters entscheidet sie sich, auf die Forderungen von Mr Butter einzugehen und die Rezepte, mit denen die Menschen abhängig von den Kuchen werden, zu perfektionieren. Natürlich hofft sie die ganze Zeit, dass sich ein Lösungsweg aus diesem Dilemma ergibt, doch lässt ihr Einfallsreichtum stark zu wünschen übrig. Ein Glyck alleine, scheint einfach nicht das Potential zu haben, ein solches Mammutproblem zu lösen.
Wie gut, dass das wohl auch ihren Brüdern klar ist. Die beiden Brüder Tymo und Basil lassen Rose jedenfalls nicht im Stich. Während ihre Eltern von Mr Butter gefangen gehalten werden, stehen sie Rose bei. Das darf Mr Butter natürlich um keinen Preis mitbekommen. Das damit verbundene Versteckspiel sorgt so für den nötigen Humor in der Geschichte.
Meggie ist in diesem Buch mein Lieblingscharakter. Sie gehört zum Backteam von Rose und ist unheimlich liebenswürdig und sympathisch. Sie legt das Gelingen der Backwaren in die Hände von Rose und tut alles dafür, sie zu unterstützen. Dabei wächst Meggie immer weiter über sich hinaus. Bisher hat sie angenommen, dass ihr Platz im Konzern von Mr Butter ist, obwohl sie doch eigentlich Ballonfahrerin werden wollte. Da sie aber Probleme mit ihrem Gewicht hat, passt sie wohl besser in eine Bäckerei, als in einen Ballon. Die neue Situation mit Rose hilft ihr dabei, ihr Selbstvertrauen zu stärken und über sich hinaus zu wachsen. Ohne Meggie wäre Rose mit ihrer Art Glück in Kekse zu backen, ganz schön aufgeschmissen. Meggie gewinnt nämlich nicht nur an Selbstvertrauen, sondern wird auch immer gewitzter, wenn es darum geht, Mr Butter und seinen Partner hinters Licht zu führen.

Mr Butter ist der Gegenspieler von Rose. Er möchte die Welt mit Kuchen beherrschen und alle von seinen Leckereien abhängig machen. Durch Lily ist er an die passenden Rezepte gelangt, die allerdings noch perfektioniert werden müssen. In seinem riesigen, ultramodernen, von Robotern gesteuerten Konzern versucht er, seinen Lebenstraum zu verwirklichen. Interessant ist, was sich hinter Mr Butter und seinem Leben verbirgt. Rose und ihre Helfer geraten an Informationen, die sie nicht erwartet hätten.

Leider konnte mich Band 3 der Glücksbäckerei in keinster Weise so überzeugen, wie es Band 1 und 2 getan haben. Es gefällt mir überhaupt nicht, dass Rose sich tatsächlich darauf einlässt, die Kuchen des Konzerns zu perfektionieren und damit auf die Seite der Bösen zu wechseln, auch wenn dies ganz und gar unfreiwillig passiert. Hier fehlte mir der positive glyck'sche Faktor völlig, was das Buch ziemlich unglycklich machte.

Was mir besonders gefallen hat:

Wie man es von der Autorin nicht anders gewohnt ist, ist der Schreibstil sehr locker und flüssig. Der Sprachstil ist wieder sehr einfach und damit vor allem für jüngere Leser leicht verständlich. Dazu sind die Geschichten immer sehr dynamisch, sodass keine Zeit für Langeweile bleibt.
Die Schriftgröße in allen drei Teilen ist ebenfalls sehr angenehm und die Bücher lassen sich ruck-zuck lesen. Die größte Stärke der Autorin ist es, witzige und individuelle Charaktere zu erschaffen. Dies gilt besonders für die beiden tierischen Charaktere, die auch in diesem Buch wieder ihren Platz finden.
Der Zusammenhalt der Glycks steht in allen Büchern im Vordergrund. Ein Wink mit dem Zaunpfahl an alle, die dieses Buch lesen. Am Ende kommt es eben doch auf die Familie an. Geschwisterliebe ist zwar Etwas, was wir alle wohl nur zu gut kennen – wir verhalten uns doch alle gerne mal wie Katz und Maus, doch wenn es hart auf hart kommt, halten die Glyckgeschwister zusammen wie Pech und Schwefel. Das lässt sich sicher auch in die reale Welt übertragen.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Vor allem, dass Rose in diesem Buch so ideenlos ist, dass sie unfreiwillig freiwillig die Kuchen von Mr Butter perfektioniert, hat mir sauer aufgestoßen. Dies ist absolut nicht glyck-typisch und passte überhaupt nicht zu Rose. Zwar brauchte Rose in der Vergangenheit auch immer Unterstützung von ihrer Familie, bei allen aufkommenden Problemen – doch behielt sie hier und da auch selbst mal einen kühlen Kopf. Das hat sie in diesem Buch völlig abgelegt. Es scheint, als hätte sie keine Entwicklung nach vorne, sondern nach hinten gemacht. Somit auf der Seite der Bösen zu landen, war nichts, was ich positiv beurteilen konnte.
Die Geschichte, die sich uns in diesem Band präsentiert, fand ich insgesamt sehr konstruiert. Vor allem das Verhalten der roboterhaften Backteammitglieder ging mir ziemlich auf die Nerven. Meistens war die Reaktion auf die Backwaren viel zu übertrieben und insgesamt einfach too much. Die Leichtigkeit aus den ersten beiden Bänden fehlte mir hier völlig. Obwohl all diese Situationen humorvoll gemeint waren und Spaß am Lesen hätten bereiten sollen, konnte es mir immer wieder nur ein Augenrollen entlocken.

Was Lily betrifft, bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich die Sache zu werten habe. Hat sie die Rezepte ABSICHTLICH mit den falschen Angaben kreiert oder war es wirklich ein VERSEHEN? Denn wenn es eines war, kann ich das nicht ernst nehmen. So, wie wir sie als Gegenspielerin kennengelernt haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass ihr so etwas passieren würde, nachdem sie ja sogar die Rezepte besitzt. Eigentlich spielt es für die Geschichte überhaupt gar keine Rolle, da Lily keine Rolle mehr spielt, aber hinterfragen muss ich das trotzdem. Schade, dass Lily nach der Meisterschaft so mir nichts dir nichts nur noch eine kurze Erwähnung im Buch findet und sonst völlig fehlt.

Ganz besonders schade finde ich, dass der Humor, die Leichtigkeit, die Spannung, der Pfiff und die Süße der Vorgänger in diesem Buch abhanden gekommen sind. Die Geschichte ist, samt Lösung am Ende, so seltsam konstruiert, dass ich ehrlich enttäuscht bin vom dritten Band der Reihe.

Gestaltung: 

Wieder sehen wir die Glücksbäckerei auf dem Cover, die mit ein wenig Glitzer wunderschön hervorgehoben ist. Im Schaufenster sehen wir dieses Mal Rose selbst, die den Rollladen schließt. Das ist gleich mehrfach gut gelungen: Einmal, weil die Bäckerei schließen muss und einmal, weil wir uns mit diesem Band von der Bäckerei verabschieden und die Läden für uns nun geschlossen sind. Wieder ein rundum gelungenes Cover.

Wertung:

Leider konnte mich Rose in diesem Band nicht mehr von sich überzeugen. Einzig ihre Brüder, Meggie und die beiden tierischen Charaktere haben es geschafft, mir hin und wieder ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Die Geschichte wirkte konstruiert und hat mich insgesamt enttäuscht zurückgelassen. Deshalb bekommt der dritte Band von mir leider nur 2,5 Lila-Lesesterne.


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