Freitag, 6. Februar 2015

Rezension: "Flames n Roses - Lebe lieber übersinnlich" (Kiersten White)






Titel: Flames'n Roses - Lebe lieber übersinnlich
Reihe: Band 1 der Reihe "Lebe lieber übersinnlich"
Verlag: LOEWE
Hardcoverausgabe mit 381 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7238-2
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre
Preis:  17,90 Euro






Klappentext:

Ich weiß nicht, woher ich komme.
Ich sehe Dinge, die du nicht siehst.
Ich bin Teil einer dunklen Prophezeiung.
Und dabei will ich doch nur eins:
ein richtiges Date!

Rosa, gefährlich und romantisch:
Das Traumpaar Evie und Lend verwischt die Grenzen zwischen Realität und Übersinnlichkeit!

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Story und Charaktere:

Die internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler, kurz IBKP, hat eine sehr wertvolle „Angestellte“. Ihr Name ist Evie, sie ist 16 Jahre alt und macht mit ihrem pinken Glitzertaser „Tasey“Jagd auf nicht registrierte Paranormale. Ihre besondere Fähigkeit ist es, hinter die Fassaden von Vampiren, Werwölfen etc. zu blicken und genau zu erkennen, mit wem oder was sie es zu tun hat. Vor ihr kann sich kein Paranormaler hinter einer menschlichen Hülle verbergen.
Macht sie diese Fähigkeit also weniger menschlich und mehr paranormal? Als sie den zauberhaften Gestaltwandler Lend bei einem Überfall auf die IBKP festnimmt und ihn während seiner Gefangenschaft näher kennenlernt, muss sie sich dieser Frage stellen. Warum muss sie in der Zentrale leben? Warum kann sie nicht einfach „kündigen“? Warum kann sie nicht normal zur Schule gehen, ein Date haben und einen eigenen Spind?
Als immer mehr Paranormale angegriffen und getötet werden, eine dunkle Prophezeiung auftaucht und plötzlich niemand mehr bei der IBKP sicher ist, flieht Evie mit Lend. Dort lernt sie das Leben von einer anderen Seite kennen, ohne den Kampf gegen das gefährliche Paranormale aufgeben zu müssen. Ein rasantes Abenteuer nimmt seinen Lauf, das viel Unerwartetes und Gefährliches bereithält.

Die 16jährige Evie ist die Hauptcharakterin des Buches. Mit ihr habe ich von Anfang an sympathisiert. Mit ihrer vorlauten, humorvollen und lebendigen Art, muss man sie einfach sofort mögen. Sie hat in jeder Situation einen flotten Spruch auf den Lippen, setzt gerne ihren eigenen Kopf durch und ist immer wieder vollpubertierender Teenager. Eine breite Palette an Charaktereigenschaften, die wirklich Spaß macht.
Seit ihrem 8. Lebensjahr ist sie bei der IBKP, wo sie Dienste als Jägerin von Paranormalen ausübt. Immer mit dabei ist ihr strassbesetzter, glitzernder, rosa Taser „Tasey“, der ihr diese Arbeit erleichtert. Hier wird also ordentlich mit Vampirjägerklischees aufgeräumt.
Obwohl sie diesen harten Job ausübt, ist Evie trotzdem total Mädchen. Sie liebt Rosa, Shopping und die Jugendserie Easton Heights. Sie hat ganz normale Mädchenträume und -wünsche. Sie will ein echtes Date, ein normales Leben, einen eigenen Spind. Sie will sich verlieben und einfach ein Teenager sein.
Als Lend in ihrem Leben auftaucht, ändert sich alles um sie herum schlagartig. Ihre ganze bisherige Weltsicht wird auf den Kopf gestellt. Ihr Leben bekommt eine neue Bedeutung, die IBKP wirkt plötzlich wie ein Gefängnis. Evie bricht aus alten Gewohnheiten aus, setzt sich durch und fängt ein neues Leben an.

Lend ist ein Gestaltwandler. Er kann jede beliebige äußerliche Form annehmen und mimt dabei am liebsten junge attraktive Männer. Evie kann jedoch durch seine Fassade blicken und sieht, dass er das eigentlich gar nicht nötig hat. Leider jedoch, soll Evie zu Lend eigentlich keinen Kontakt haben. Sie hat ihn bei einem Überfall auf die IBKP festgenommen, kann sich ihm aber nicht entziehen. Er hingegen freut sich über ihre Besuche. Da beide ungefähr gleichaltrig sind, ist es nicht verwunderlich, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen.
Lend hat eine sehr ruhige, charmante Art, die ihn ebenfalls zu einem Charakter macht, den man einfach mögen muss.

Ganz anders sieht dies bei Reth aus. Er ist eine Fee und etwas wie der Ex-Freund von Evie. Er ist absolut besessen von ihr und ist der Meinung, dass sie ihm gehören sollte. Insgesamt sind die Feen keine netten Lebewesen. Sie halten sich für Überwesen, sind extrem arrogant und stehen nur sehr widerwillig im Dienst der IBKP, die sie zu diesem Dasein gezwungen hat. Es ist natürlich auch sehr praktisch auf Feenpfaden zu reisen und immer jemanden herbeirufen zu können, wenn man in Schwierigkeiten steckt. Dass allerdings die Feen selbst auch Schwierigkeiten bedeuten, kehrt man gerne mal unter den Teppich, bis es zu Situationen bekommt, die die Gefährlichkeit dieser unter Beweis stellen.

Raquel kann man wohl am besten als Evies Ersatzmutter bezeichnen. Sie ist die Chefin der IBKP und hat immer ein Auge auf Evie. Seit diese allerdings in der Pubertät ist, hat sie wenig passende Worte für sie, dafür aber um so mehr Seufzer, die weitaus mehr aussagen. Evie ist jedoch in der Lage diese immer genau richtig zu deuten. Raquel gehört zu denjenigen, die immer und immer und immer am arbeiten sind, sodass man sie relativ wenig zu Gesicht bekommt. Ihre Auftritte charakterisieren sie jedoch sehr schnell sehr genau, was für einiges Geschmunzel sorgt.

Natürlich tauchen noch viele andere Charaktere in diesem Buch auf. Auf diese werde ich jedoch nicht weiter eingehen. Bemerkenswert finde ich allerdings, wie gut jeder einzelne Charakter von der Autorin umrissen und gestaltet wurde. Man hat von jedem automatisch ein klares Bild im Kopf, auch, wenn ein Charakter nur ganz kurz auftaucht. Ein Pluspunkt, der das Buch noch lesenswerter gemacht hat.

Was mir besonders gefallen hat:

Nicht nur die Charaktere sind einfach rundum wunderbar gelungen, der flotte und spritzige, flüssige Schreibstil, zusammen mit dem tollen Sprachstil, tragen ebenfalls dazu bei, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Der Humor in diesem Buch ist ebenfalls etwas, was einfach erwähnt werden muss. Es gibt kaum eine Seite, auf der ich beim Lesen nicht schmunzeln musste. Dabei wirkt dieser Humor keinesfalls aufgesetzt. Dieser geht zum einen von den Charakteren aus, zum anderen von den Ideen der Autorin. Die Meerjungfrau Trish beispielsweise, die Evies beste Freundin ist, aber nur über ein monotones Übersetzungsprogramm mit ihr kommunizieren kann, sorgt dafür, dass die Lachmuskeln strapaziert werden. Das Übersetzungsprogramm übersetzt alle Schimpfwörter mit dem Wort „Piep“, sodass ab und an ganze Sätze nur aus diesem Wort zu bestehen scheinen. So wird das Gepiepe schnell zu einem Running-Gag.
Obwohl ein Jugendbuch, mit Teenieliebe und viel rosa Geglitzer, konnte mich die Story die ganze Zeit über begeistern. Ich musste mich geradezu zwingen, das Buch nicht zu verschlingen, sondern es ab und an auch mal zur Seite zu legen.
Die Mischung aus Spannung und Emotionen, die Vielschichtigkeit der Geschichte und seiner Charaktere haben dieses Buch für mich zu einem richtigen Lesehighlight gemacht.
Wer also lustige Teenagecharaktere, witzige Ideen und Jäger von Paranormalen mag, sollte sich auf keinen Fall vom pinken Cover abhalten lassen, das Buch in die Hand zu nehmen.

Gestaltung:

Die pinke Silhouette einer jungen Frau, die eine Rose in der Hand hält, einen kurzen Rock und Stiefel mit hohen Absätzen zu tragen scheint, passt perfekt zum Inhalt des Buches. Das Cover war für mich von Anfang an ein Hingucker.

Wertung:

Für mich ist dieses Buch eine absolut runde Sache. Die Autorin hat viel Kreativität bewiesen, mit einigen Klischees aufgeräumt, neue erschaffen und ihren Charakteren sehr viel Raum gegeben. Definitiv ein Lesehighlight schon am Anfang des Jahres. Ich vergebe klare 5 Lila-Lesesterne und eine Leseempfehlung.


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