Donnerstag, 11. Februar 2016

Rezension: "Die Glücksbäckerei - Die magische Verwandlung" (Kathryn Littlewood)






Titel: Die Glücksbäckerei - Die magische Verwandlung
Reihe: Band 4 der Reihe "Die Glücksbäckerei"
Verlag: Fischer KJB
Hardcoverausgabe mit 352 Seiten
ISBN: 978-3-7373-40083
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Preis:  14,99 Euro







Klappentext:

Bezaubernd und unwiderstehlich – der 4. Band aus der ›Glücksbäckerei‹

Ihr Leben ist perfekt, nachdem Rose mit ihrer Familie nach Calamity Falls zurückgekehrt ist. Beinahe zu perfekt, findet Rose. Als würde das nächste Abenteuer sich schon ankündigen. Und richtig, Tante Lily und die Internationale Nudelholzgesellschaft verfolgen einen finsteren Plan. Bei einem Bankett wollen sie Staatsoberhäupter aus aller Welt ihrem Willen unterwerfen – mit magischem Gebäck. Doch Rose und ihre Geschwister kommen ihnen auf die Schliche. Jetzt ist es an Rose, in Windeseile alles mit einem Gegenzauber zu versehen …

Ein köstlicher Lesegenuss rund um Rose und ihre liebenswert-chaotische Zauberbäckerfamilie

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Story und Charaktere:

Wieder einmal weht ein herrlicher Duft aus der Glücksbäckerei der Familie Glyck durch die Straßen. Alles könnte so idyllisch, harmonisch und einfach sein, wäre da nicht die kleine Nella, die plötzlich wie auf Kommando hört und gar nicht mehr wie ein Kleinkind, sondern wie eine ferngesteuerte Erwachsene wirkt.
Da muss also mal wieder etwas faul sein und ganz recht - schon bald stellt sich heraus, dass Tante Lily mit einem hinterhältigen Plan die "Gezeiten der Venus" aus dem Glyckschen Vorratsraum an sich gebracht hat, um auf dem KIKK in Washington DC alle Staatsoberhäupter dazu zu bringen, sich ihrem Willen zu unterwerfen.
Sofort reisen Rosmarins Eltern ab, um das Schlimmste zu verhindern. Dumm nur, dass sie dabei im Gefängnis landen.
Wieder einmal liegt es also an Rosmarin, ihren Geschwistern, dem sprechenden Kater Gus und der sprechendenen Maus Jaques, die Welt vor den Auswirkungen schwarzer Magie zu retten. Gar nicht so einfach, denn dieses Mal ist auch Rosmarins Schwarm Devin mit von der Partie und der hat keine Ahnung von den magischen Glycksrezepten. Kann dieses Abenteuer gut ausgehen und ist am Ende wirklich alles so, wie es zu sein scheint?

Die dreizehnjährige Rosmarin Glyck ist, wie in den vorangegangenen drei Bänden, die Hauptperson der Geschichte. Mitten in der Pubertät, muss sie sich nicht nur mit dem Backen der Familienrezepte und der Rettung der Welt auseinandersetzen, sondern auch mit den ersten Schmetterlingen im Bauch und all den damit verbundenen Turbulenzen zwischen Mädchen und Jungen, Herz und Verstand.
Wie gerne würde Rosmarin ihrem Schwarm Devin davon erzählen, was sich wirklich in der Backstube der Glycks abspielt. Wie gerne würde sie ihm Gus und Jaques zeigen, die auf magische Weise sprechen können und wie gerne würde sie es unterlassen, sich in ein immer größeres Netz aus Lügen zu verstricken, als Devin ihr dabei hilft, in Washington DC den Bösewichten das Handwerk zu legen.
Rosmarin versucht zwar immer wieder, die neue Situation zu durchdenken, doch da oftmals schnelles Handeln und überstürzte Entscheidungen gefordert sind, misslingt genau dieser Punkt immer wieder.
Wie gut deshalb, dass ihre Brüder Tymo und Basil ebenfalls mit dabei sind und hier und da doch etwas Hilfreiches beisteuern können. Für Basil gilt dies zumindest so lange, bis er für einen verschollenen schottischen Adligen gehalten wird und darin seine Chance sieht. endlich eine Plattform für seine Komikerkarriere gefunden zu haben. Tymo, der immer noch vor allem an seine Frisur und seine Freundinnen denkt, hilft durch den Besitz eines Handys, das so manche Einsätze zu verzeichnen hat.
Nach drei Bänden, in denen man die Glyckskinder bereits begleitet und viele spannende, wie auch lustige Momente mit ihnen erlebt hat, findet man auch dieses Mal sofort zu ihnen und ihren zum Teil schrulligen Charaktereigenschaften zurück. Während Rosmarin den nötigen Ernst und die angebrachten Zweifel  für das Abenteuer mitbringt,  würzen Tymo und Basil das Ganze mit viel Charme und Witz.
Natürlich ist auch die niedliche Nella wieder mit von der Partie und sorgt immer wieder für Überraschungen.

In diesem Band dreht sich, nach dem Exkurs in Band 3, endlich wieder einmal alles um Tante Lily oder "El Tiablo", wie Tymo so schön sagt. Sie ist undurchschaubar, nach außen hin genau das, was ihr Gegenüber von ihr erwartet und sie spielt dabei jede Rolle nahezu perfekt. Ihr entgleisen die Gesichtszüge in keinem Moment, sie ist absoluter Profi in der Vorspielung falscher Tatsachen, was wieder einmal die Frage aufkommen lässt: ist Tante Lily nun gut oder böse?

Mir haben die Weiterentwicklungen der bekannten Figuren aus den Vorgängerbänden sehr gut gefallen. Da zwischen den einzelnen Abenteuern der Bücher keine großen Zeitspannen liegen, gibt es keine großen Charaktersprünge mit denen man sich einfach abfinden muss. Ganz im Gegenteil, man wächst mit den Hauptfiguren mit und hat jede Menge Spaß dabei.

Was die Nebencharaktere dieses Buches betrifft, stößt man dieses Mal auf einige Exoten, deren Charaktereigenschaften und Handlungsweisen sehr speziell sind. Da gibt es durchgedrehte Großmütter in Rollstühlen, größenwahnsinnige Grafen, mit dem Handy verwachsene Mädchen und tanzende Kellner - eine Mischung, die zum besonderen Vergnügen des Buches beiträgt.

Auch storytechnisch konnte mich dieses Buch wieder in seinen Bann ziehen - was mich nach der Enttäuschung über Band 3 besonders freut.

Was mir besonders gefallen hat:


Der luftig lockere Schreibstil, der mir schon in den ersten Bänden so gut gefallen hat, findet auch in diesem Buch wieder seinen Platz. Zusammen mit der einfachen, an ein Kinder-/Jugendbuch angepassten Sprache, macht er das Buch auch für Erwachsene Leser zu einem kurzweiligen, genüsslichen Vergnügen, das dem Leser durch den tollen Humor, immer wieder ein Schmunzeln entlockt.
Mir gefallen die Ideen und Geschichten der magischen Rezepte, deren Auswirkungen und das, was dahintersteckt.
Besonders gefällt mir an diesen Büchern jedoch immer wieder, wie sehr der Zusammenhalt, das Vertrauen, das Füreinander-da-sein und die Akzeptanz untereinander, innerhalb der Familie Glyck im Vordergrund steht. Dies sind Werte, die auch außerhalb des Buches Bestand haben und die sich der Ein oder Andere vielleicht zu Herzen nimmt.

Auch die Tatsachen, dass niemand perfekt ist und, dass es in Ordnung ist, auch mal Fehler zu machen, sind zwei Dinge, die das Buch hoffentlich jedem jüngeren Leser genau so vermitteln kann.
All diese Werte, verpackt in einer charmanten, turbulenten, spannenden, witzigen und honigkuchensüßen Geschichte, machen Band 4 wieder zu einem wundervollen Leseerlebnis.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Es gibt eigentlich nur eine Kleinigkeit, die allerdings eher Empfindungssache ist. Das Buch strotzt nur so vor witzigen Ideen, aber mir haben ein wenig die magischen Momente mit den magischen Zutaten gefehlt. Diese kommen mir dieses Mal ein wenig zu kurz.

Gestaltung:

Wunderbar reiht sich Band 4 an seine Vorgängerbände an. Wie immer sieht man die Glücksbäckerei mit ihrem wunderschönen Muster, das auch noch glänzt und wieder einmal steht Rosmarin Glyck vor eben dieser. Im Schaufenster sind leckere Törtchen zu sehen und machen Lust, direkt nach diesem Buch zu greifen. Ein Hingucker, der eine tolle Visitenkarte für das Buch und mehr als passend ist.

Wertung:

Wieder einmal lasse ich ein witziges, spannendes und baiserzartes Abenteuer der Familie Glyck hinter mir und bin wieder einmal begeistert. Einziger Wermutstropfen sind die zu kurz gekommenen magischen Momente, von denen ich mir ein paar mehr gewünscht hätte. An dieses zauberhafte vierte Abenteuer der Glücksbäckerei vergebe ich daher 4,5 LilaLesesterne und eine klare Kauf- und Leseempfehlung.


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